RedHair Saloon

Körperkult

Hallo ihr Lieben,

Man sagt, jedes Land hat seine Sitten – Einem grossen Culture-Clash stehen die europäische und asiatische Kultur unumstritten entgegen!

Während es bei uns penibel heisst „Weniger ist mehr“, gilt hier 365 Tage lang FKK. Freier-Körper-Kult. Frei aber im Sinne von „Feel FREE to do what you want infront anyone – anywhere“. Und daran hält man sich als Traditionalist natürlich auch. Platt gesagt: Es wird gepopelt, gesucht, gefummelt und mit als Pinzette dienenden Muenzen wird die Gesichtsbehaarung entfernt. Find ich gut, wollte immer schon mal wissen, wie das geht! Die „einfachen“ Strassen sind nichts fuer zartbesaitete. Hier wird keine Rücksicht genommen – wieso denn auch, es hat ja keiner die Guailos eingeladen- man nimmt es einfach so hin.

Wer im Restaurant nicht schlürft und rülpst und XXL Fleisch versucht in den Mund zu stopfen, der sticht aus der Menge. Der wird enttarnt : Guailo oder international Erzogener.

Zugegeben: meine tendenzielle Abneigung zu den „traditionellen“ Restaurants entspringt sicherlich der Tatsache, dass ich auf diese wunderbare Geräuschekulisse liebend gerne verzichte. You can run, but you can’t hide. Aber es ist hier genau so, wie in allen anderen Situationen: You have to try and accept it. Der Versuch, das alles zu akzeptieren stellt zugleich auch den höchsten Grad meiner Integrationsbereitschaft dar. Ich bin stolz auf mich. Wow, ein richtiger Kulturmuffel.

Muffel…müffeln…ja, hier riechts! Aber nicht unhygienisch – klar die gibts auch! Aber dafür muss man nur mal in die Düsseldorfer Altstadt oder die Umkleidekabine frühpubertärer Teenager gehen – sondern eher nach Lotus Apfelblüte, billigem Klostein, Vanilleimitat und Sweet Orange. Im Aufzug wird mir regelmässig schlecht, die Duftbäume im Taxi will ich gar nicht erst erwähnen. Eine feine Note legt sich ueber die Stadt.

Weiterhin auffällig: Unfassbar schlechte Zahnhygiene! Es liegt bestimmt an der Menge an Tee und generell heissen Getränken, aber Zähne putzen ist doch heutzutage wirklich leicht gemacht. Ultraschall, Rotation, Manuell – Bald auch als Schalter! Fuer jeden was dabei! Und wenn man nicht gerade Zucker reinmischt, dann hilft doch jede 0-8-15 Zahnpasta um ein solches Diaspora zu verhindern. Es mag eine Frage des Geldes sein, aber sogar „hohe Tiere“ laufen mit gelb-braun-krummen Zinken im Mund durch die Gegend.

Ich stelle hiermit nochmal klar: Ich beschwere mich nicht, ich erörtere lediglich. Und ich wundere mich! In Hong Kong bin ich freiweillig, es zwingt mich keiner hier zu sein! Die Zähne dürfen so gelb sein, wie sie sich das wünschen! Aber verstehen kann ich es leider nicht. Werde es auch nie können.

Blässe ist in! Hier wird sich eifrig vor der Sonne versteckt! Klingt komisch, man muss jedoch gleichzeitig hinterfragen, warum wir „Weisshäutigen“ immer „braun“ sein wollen? Blässe gilt hier als Edel! Man(n) muss nicht hart an der Sonne arbeiten, sonst wäre man braun. Wir fahren im Sommer an die See usw. um uns zu „grillen“. Wer sich einen solchen Urlaub leisten kann, ist finanziell immerhin nicht ganz arm dran – man spricht von „edler Bräune“. Ist wohl eine Grundsatzentscheidung – wie so oft.

Ein weiteres Zeichen einer „guten Arbeitsstelle“ ist der ueberdimensional lange Fingernagel an Männerhänden. THE CLAW! Einfach nachzuvollziehen: Ist er lang, dann ist er nicht abgebrochen – ist er nicht abgebrochen, dann muss man auch nicht draussen im Dreck wühlen und Sandsäcke heben. Ich finde es GRAUSAM!

Ich habe für gewöhnlich eine echt hohe Toleranzgrenze, aber das ist doch leider einfach nur ekelhaft…ich kann’s einfach nicht verstehen!

Aber wo es so viele „unangenehme“ Eindrücke gibt, ist der Service Faktor umso stärker vertreten. Massagen, Pediküren, Maniküren an jeder Straßenecke! Und es tut so gut die verkrampften Füße lockern zu lassen und dabei zurück in den Babyfüße Status versetzt zu werden.

Es gibt auch so viele Beautyprodukte, wie sonst nirgends auf der Welt! Der Teint muss stimmen, die Lippen knallen, die Wimpern werden grundsätzlich angeklebt. Es gibt riesige Chinesische Kosmetikhäuser, dessen Namen sie selbst nicht aussprechen können. Das berühmteste Beispiel: FANCL – sie sprechen es FÄNGKO aus. Niedlich :)

Ein weiteres sehr pikantes Thema sind die Kraterlandschaften, die sie hier Gesichter nennen. Versteht denn hier niemand, dass die Reduktion des Schweinefleisch – und Glutamat Konsums das gesamte Hautbild (und Verdauung etc. vermutlich noch dazu) umd mindestens 75% verbessern wuerde?! Ich kann manchmal gar nicht hingucken, so feuerrot und gelb und lila leuchtet es da. Die brauchen keine Leuchtreklamen. Wow, so koennten sie sogar etliche neue Arbeitsstellen schaffen! Es sieht alles sehr radioaktiv aus, was da in den Gesichtern passiert. (Es gibt auch viele, mit Baby Pfirsich Haut, aber die muessen ja wohl etwas anders machen).

Ich hab mal gerechnet – es geht auf:

Deep fried + Scheiss Qualitaet + keine Gesichtspflege + immer mit dreckigen Stadthaenden im Gesicht rumfummeln + scheiss Stoffqualitaeten, von denen ich beim Hinsehen alleine schon Ausschlag kriege = Gesichtselfemter.

Rheinische Tatsachen. Anders kann man’s nicht beschreiben! Selbst Arminia Bielefeld schafft es, da den Ball ins Tor zu kriegen!

Vom Gesicht nun eine Etage hoch:

Der Frisurentrend geht in Richtung: Schnittige Kanten, unfassbar komische Proportionen und schwarze Schöpfe- rot gefärbt. Dazu die farbig passenden Kontaktlinsen in gruseligem Herbstorange-braun oder Babykätzchen blau. Dadurch sehen die Vierecke nicht nur rund aus, sie leuchten auch noch in komischen Farben.

Ich hab doch gesagt, dass sie ROT toll finden:

Unterm Strich ist das ganze einfach nur lustig :) Ich finde es toll, dass sie so sind, wie sie sind! Sie leben in einer anderen Welt – in Ihrer Welt! Vielleicht hast du ja Glueck und sie lassen dich hinein! Ich kann schonmal einen Termin im Salon reservieren – fuer den langen Nagel gibt es Acryl! Ich verzichte sogar freiwillig :)

Hier ist es 12:00 Nachts, ich bin müde, morgen kommt Tante Pia!

Sending you all my love and kisses!

Bis morgen :)

Linni

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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