IMG_1202

I’ve been roaming around…

Hallo ihr Lieben,

Mein „Bergfest“ wurde bereits gefeiert, meine Hong Kong Tage sind gezaehlt und laufen schnell gegen Null. Ich rieche die Heimat foermlich. Schwarzbrot…hmmmmmm!!

Eine wichtige, wenn auch kurze, Phase meines Lebens neigt sich dem Ende. Nein, sie sprintet foermlich auf das Ende zu.

Traurig? Nein, denn ich weiss ganz sicher, dass es kein „Lebewohl“, sondern ein „Aufwiedersehen“ ist.

Wie zu beginn meiner Hong Kong Tage bin ich immernoch nicht auf eine „Plattform“ der Gleichaltrigen getroffen. Meine Freunde sind alle im Schnitt 25 und aelter, beruflich mehr oder weniger erfolgreich, die meisten sind in der Finanzbranche taetig, weniger in der Mode. Doch das ist Ok. Wir haben uns viel mehr zu erzaehlen, als ich je vermutet haette. Wir lachen zusammen. Wir treffen uns auf einen Kaffe und lachen zusammen. Danach macht jeder sein Ding. Bis zum naechsten mal.

Ich musste hier sehr zu Beginn etwas lernen. Etwas sehr wichtiges sogar.

Wie so oft wollte ich die Welt hier nach meinen persoenlichen Vorstellungen  geordnet und geregelt wissen. Von den 3 Mahlzeiten am Tag bis hin zu den Menschen, die ich potenziell „Freunde“ nennen werde. Doch die Welt schert sich nicht darum.

Das heisst nicht, dass ich mich veraendern muss, um einen Platz in der Gesellschaft zu finden-das werde ich nicht- sondern vielmehr, dass ich lernen muss mit den Umstaenden ins Reine zu kommen und auch in meinen Anspruechen Kompromisse eingehen muss. Ich kann mir die Menschen um mich herum ja nicht backen. Wobei das schon cool waere.

Ich bin alleine hier, das ist nicht der Idealzustand. Also muss ich mich darum kuemmern, dass sich dieser Zustand aendert, bevor ich in Selbstmitleid ertrinke. Erinnerungen kommen hoch? Schmerzhafte Erinnerungen? Ich stelle mich ihnen – kurz – dann kaufe ich mir einen Tee und geniesse. Alles wieder gut. Kleinigkeiten ergeben irgendwann das Gesamtbild. Wie gut eine schlichte Pedikuere an einem sonst einsamen Sonntag morgen doch tun kann. Nicht nur fuer die Fuesse, sondern fuer die Seele.

Schritt 1 also – Love yourself. Wem das schwer faellt – indulge yourself.

Freunde habe ich dadurch immernoch nicht gefunden, aber meine 7-Tage-Regenwetter Mine habe ich im „Iyara-Wellnesscentre“ gelassen. Sieht gleich viel freundlicher aus. Sieht „approachable“ aus. Mama sagt „Immer lachen Kleines, das bist sonst nicht du!!

Schritt 2: Too cool for school – nicht gerade hilfreich. Weg damit. Wie gesagt, aus der sonst passiven „ich hab meine Maedels um mich herum, jeder der mich kennenlernen will soll auf mich zukommen“ wird nun eine aktive Einstellung zum sogenannten „Socializing“. Hier geht es nicht ums flirten, sondern einfach darum, Anschluss zu finden. Ein jeder Mensch braucht etwas, das nennt sich Kommunikation und zwischenmenschliche Beziehungen. Kein Lone-Rider da draussen kann mir erzaehlen, dass die Wand einen echten Gespraechspartner ersetzten kann. Ich bin Home-Karaokequeen und auch das beschaeftigt mich fuer maximal 1 bis 8 Stunden. Ich will mich unterhalten, oder unterhalten lassen. Aber LIVE und in FARBE!

Es dauerte nicht lang und ich lernte ein paar sehr nette – deutsche – Maedels kennen. Wir verabredeten uns fuer den naechsten Abend. Ich lernte ihre Freunde kennen. Und so kommt die Lawine ins Rollen.  Kennt man einen – kennt man alle. Wahr. Das unterschreibe ich- naja, fast.

Aber das Gefuehl in ein Lokal/Club/whatsoever zu kommen und ein – wenn auch nur entfernt – bekanntes Gesicht begruessen zu duerfen ist toll. Frueher haette ich das nicht so „intensiv“ empfunden. Eher gleichgueltig. Und ein einfaches „Hey, good to see you!“ tut schlichthin gut.

Schritt 3: ich bin nur fuer ein paar gezaehlte Tage hier. Es klingt vielleicht nicht so nett, aber wer es verstehen will, der tut das auch! BE EGOISTIC. Ich tue nur das, was mir gut tut. Es gibt leider ueberall Menschen, die einem „nichts gutes wollen“ oder einen immerzu verunsichern wollen. Diese Menschen ignoriere ich nicht, ich AKTIVIERE sie lediglich nicht. Dabei bin ich keinesfalls arrogant, wer arrogant ist, der hat vieles im Leben nicht verstanden, sondern eher unverbindlich, dabei nett. Dann schlaeft es sowieso von alleine ein.

Drei Monate, das klang fuer mich anfangs so unendlich lange, der blosse Gedanke an die vielen einsamen Mueslischuesseln auf meinem kleinen einsamen Esstisch…die einsamen Glaeser in der Spuelmaschine, die einsamen Stunden vorm Fernseher, triebt mir die Traenen in die Augen.

Aber ich habe mich aufgerafft und das ganze nicht als „gesamtes“ sondern Tag fuer Tag fuer Tag betrachtet. Dabei habe ich mich an allen schoenen Momenten festgehalten. Und sei es nur ein besonders leckeres Lunch gewesen. Oder ein Paar neue Schuhe – Shopping ist leider immernoch Balsam fuer eine Frauenseele – oder ein nettes Abendessen mit Freunden, auf das ich mich den ganzen Tag lang freuen konnte. Es ist wie beim lernen fuer die naechste Mathearbeit. Lineare Gleichungen – Geometrie -Kreise im Koordinatensystem – Stochastik, das lernt man nicht an einem Nachmittag. Man teilt es sich auf, ist stolz, die erste Formel verstanden zu haben und langsam aber sicher baut sich der Berg ab. Quasi nicht mehr vorhanden. Ein tolles Gefuehl. Mein Berg ist nun runter auf weniger als die Haelfte. Der Gipfel ist bestiegen, nun kann ich den Rest ganz leicht runterjoggen, denn Treppen abwaerts gehen, das ist langweilig. Das habe ich mit Tante Pi festgestellt. Nein, RUNTER muss man rennen! Oder zumindest joggen.

Das hier ist kein „How to find friends guide – by Linda S.“, sondern vielmehr ein kleiner Beitrag zum taeglichen Laecheln-und Schmunzelpensums eines jeden von Euch.

Fuer alle, die es interessiert. Ich bin endlich wirklich happy hier. Aber ich freue mich auf den Tag, an dem ich in den Flieger steige und wieder nach Hause duese. Dann ist der Szene „Hong Kong die 2te ,  Phase Adoleszenz, Praktikantin, 2011“ abgedreht. Die Wurzeln werden getrennt und verankern sich wieder zuhause .

Bis ganz bald,

All my love and kisses!!

 

Linni

 

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

Date?

Februar 2011
M D M D F S S
« Jan   Mrz »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28  
  • IMG_1620_Fotor

  • cloud

Love