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A night out with daddy

Hallo ihr lieben,

ein wunderschoenes Wochenende ist nun vorbei, meine vorletzte Woche im Buero ist angebrochen, Hong Kong ist nun in der Endphase!!

Am Freitag ist mein Papa hier eingetroffen, wir hatten ein grossartiges Wochenende!

Erstmals habe ich die Kowloon Seite etwas naeher kennengelernt. Einen High Noon Tea im alten Regent – jetzt InterConti – Hotel kann ich nur empfehlen. Ein wahnsinns Blick auf die gesamte Hong Kong Island Skyline. Wir haben immer wieder schmunzelnd festgestellt, dass sich seit unseres ersten Tages in Hong Kong – das war 1995 – im Grunde nicht viel viel veraendert hat. Die SELBEN rostigen alten Frachtschiffe und Gambling Boote, im Hotel teilweise noch das selbe Personal, die Skyline die -zugegeben- ein wenig moderner und noch gewaltiger geworden ist, aber den gleichen Flare wie damals versprueht.

Im Grunde ist das auch schoen. Das ist wie mit den bekannten Gesichtern, denen man in aller Ferne und Einsamkeit doch ganz gerne begegnet. Ueberall kamen Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse hoch. Der woechtenliche Familientrip ins „Planet Hollywood“ die leckeren Pralinen, die ich immer aus Omis Hotelzimmer geklaut habe. Weisse Schokoladentrueffel. So gut. Der Malwettbewerb im Hardrock Cafe, die Trips an die Repulse Bay, Segeln zur Middle Island. In 10 Jahren entwickelt man natuerlich eine Routine. Findet seine Stammplaetze. In den letzten Jahren, in denen ich wieder in Deutschland lebte, habe ich vieles davon vergessen. Umso lebendiger habe ich jetzt alles in Erinnerung. Vom Lieblingsgericht – naja, mit 10 Jahren waren das meistens Mini Hamburger oder Chicken Strips – bis hin zum Namen meines Lieblingspferdes im Reitstall – Thug, heisst so viel wie Frechdachs. Das abendliche Schwimmen mit Papa werde ich auch nie vergessen. Er hat uns Wasserratten nur aus dem Pool bekommen, indem er die Filmmelodie zu „Der Weisse Hai“ immitierte. Das Risko gefressen zu werden, wollten wir keinesfalls eingehen.

Und nun, gute 6 Jahre spaeter, wendet sich das Blatt, ich zeige Papa MEINE Seite von Hong Kong. Nach einem wunderbaren Abendessen im Zuma – ja, absolutely one of my favourite restaurants – sind wir fuer weitere Drinks zur Wyndham street gelaufen und haben im Goccia ein paar seiner alten Freunde getroffen. Standardspruch“ Ich kenne dich noch, das warst du so ——- gross.“. Aber sehr lustig wars. Durch Zufall sind wir in immer mehr seiner Bekannten reingerannt. Die These „Basically not much has changed“ gilt somit also als bewiesen.

Mein pflichtbewusster Papa leitete die darauf folgende Partysession mit den Worten ein „Um 2 bin ich zu Hause, morgen kommt meine Frau“. Auch um 4 Uhr morgens verkuendete er das stolz. Ein Ende fanden wir um 4.30Uhr, als meine Fuesse auch wirklich nicht mehr wollten. Papa also unkaputtbar. Seine zwei besten Freunde waren die ganze Nacht lang treu an unserer Seite. Der Dragon-i Gilbert wurde prompt auf Hubert umgetrauft, was den Promi-Skifahrer aber nicht stoerte. Er begleitete uns die Nacht durch mit seiner- wirklich guten- Musik. Oldtimer night. Wie passend. ALT sah der gute Papi aber KEINESWEGS aus. Ich, mit meinen zarten paar Jaerchen ueber der 10er Grenze, falle da eher auf, als er. Das Publikum ist wirklich bunt gemischt. Chinesen scheines sowieso alterslos zu sein. Ich kann es nicht erkennen, ob sie nun 35 oder 55 sind. Erst wenn die Haare dann gaenzlich grau sind, kann ich mich etwas orientieren und sie irgendwo jenseits der 50 einstufen. Seinen Beschuetzerinstink stellte Papi auch unter Beweis, als er meinen „Fanclub“, wie er ihn nannte, dezent darauf Hinwies, dass doof rumstehen und angaffen sogar in den 80ger Jahren ziemlich uncool gewesen sei und die Sabberflecken auf den Hemden seien auch kein wirklich schoenes Accessoire zur Abendgarderobe. Wir lagen fast auf dem Fussboden vor lachen. Der Humor meines Vaters – trocken, sarkastisch und auf den Punkt.

Wie gesagt, nachdem wir uns alle ausgetobt haben, ging es brav nach Hause, denn am naechsten Tag stand Sightseeing ganz oben auf der Liste. Die Hong Kong Neulinge mussten doch begruesst werden.

Nach einem Wake-me-up-and-make-my-world-stop-spinning-Fruehstueck ging es dann hinauf zum Peak. Bitterkalt und windig. Die Sicht war leider nicht vorhanden, aber wir einigten uns darauf, dass man die touristische Idylle dieses Ortes „zart erahnte“. Den Berg also wieder runter und ab zur Repulse Bay.

Herzhaft lachen mussten wir, als wir das Verbotsschild am Anfang des Strandes studierten. No ballgames. No fire. No Frisbees. No dogs. No surfing. No diving. No Rolleblades -at the beach?!. No scooters. No bikes. No..No…No…Sunbathing, talking, pictures, happy families, picknicks…..

Wir wollten „nur mal kurz gucken“ das haben sie uns sogar gestattet.

Danach sind wir in den Country Club gegangen und haben uns ein weiteres Kaeffchen und ein Nickerchen gegoennt. Bitter noetig. Sehr erholsam.

Weiter gehts auf der kulinarischen Erlebnisreise durch Hong Kong. Dinner at Bloom. Das Lily&Bloom befindet sich im Herzen Lan Kwai Fongs im LKF Tower. Nach einem Begruessungsdrink an der Bar „Lily“ hatten wir ein wirklich tolles Abendessen im dazugehoerigen Restaurant „Bloom“. Designermoebel in Kombination mit rustikalen Holzdielen und schweren gusseisernen Kronleuchtern. Dazu ein ausgefallenes und sehr leckeres Speiseangebot. Jacobsmuscheln mit Hokkaido Puree  und danach ein gegrilltes Lachsfilet auf Fenchel. Als Dessert ein Schokoladenparfait -weicher Kern natuerlich- mit frischen Waldbeeren. GOETTLICH. Pappsatt und 100% zufrieden sind wir -nach einem kurzen Abstecher ins Azure, nur um den Ausblick auf der Terrasse zu geniessen- an die Wyndham Street weitergewandert und letztendlich im Wagyu angekommen.

Ich liebe es, dass alle auf der Strasse stehen und das ganze somit einen ganz eigenen Flare bekommt. So entspannt und nie langweilig. People watching macht manchmal wirklich Spass. Auch hier sind hin und wieder ein paar alte Freunde an uns vorbeigelaufen, Papa hatte einen tollen Abend, da bin ich mir sicher. Doch nach den Strapazen der letzten Nacht, nehme ich ihm seinen Abgang um 2:00Uhr nicht uebel.

Nachdem ich um 5:00 endlich meinen Weg ins Land der Traeume gefunden habe, riss  mich mein Wecker ganz sanft und liebevoll um 8:30 aus dem Schlaf, denn ein gemeinsames Fruehstueck stand auf dem Plan. Danach Shopping im Ocean Centre, Papa hat sich ganz charmant aus der Affaere gezogen und ein paar Minuetchen Schlaf im Hotelzimmer bevorzugt. Ich bin eine Frau, ich stehe das durch. Der Gedanke an das geplante Wandern machte mich lediglich ein wenig nervoes. Aber mit den nagelneuen Laufschuhen an den Fuessen und etwas sportlichem Ehrgeiz haben wir alle ganz prima die „Mother of all mountains“ Runde von der Park View zum Stanley Market geschafft. 3500 Stufen, 3,5 Stunden Schlaf. Die Mischung machts.  Pro 1000 Stufen benoetige ich demnach 1 Stunde Schlaf. Mehr braucht mein Koerper nicht. Ich bin eine Maschine! Mommy, thanks again for making me a fighter! Hahaha!

Stanley war wie gewohnt touristisch-schoen. Im Boathouse haben wir ein late lunch – early dinner genossen und sind am Abend dann alle tot ins Bett gefallen. Ich zumindest.

Es war einfach toll ein wenig Vater-Tochter Zeit verbringen zu koennen. Vor allem in der alten Heimat. Genug Zeit um ein wenig ueber die vergangenen sehr ereignisreichen Jahre und ueber die Zukunft, die nicht weniger ereignisreich sein wird, zu reden und einfach etwas QUALITY time zusammen zu verbringen.

Ich glaube Papa ist stolz, dass ich mich hier draussen ganz alleine wacker durchschlage. Das macht mich sehr gluecklich. Aber ich bin auch Tochter meiner Mutter, wir sind Lebenskuenstler. Naja, SOOOO schlimm ist es hier ja auch nicht! Hahaha.  Natuerlich kam auch die Frage auf, ob ich Hong Kong vermissen werde. Grundsaetzlich: JA! Aber die Sehnsucht nach meinen Liebsten in der Heimat ist nachwievor so gross und wird auch immer groesser, dass ich mich einfach tierisch auf zu Hause freue! Im Buero haengt ein Massband und taeglich, wie beim Bund, schneide ich einen cm davon ab. 1cm steht also fuer einen Tag, der schon wieder in windeseile an mir vorbei gerauscht ist.

Es sind wirklich nicht mehr viele Tage, wie gemein, dass heute die Sonne strahlt, ich aber im Buero sitze und nicht geniessen darf :( Aber ein leckeres Lunch mit Daddy auf der Terrasse des Pacific Clubs -Blick auf die HK Island Skyline- hat da so einiges wieder gut gemacht. Bald faengt hier die Regenzeit an. Regen finden die Chinesen super, denn sie schwoeren darauf, dass Regen GELD bringt. (Der Hintergrund: die Bauern haben sich ueber jeden Tropfen der vom Himmel faellt sehr gefreut, denn das ist gut fuer die Ernte. Eine bessere Ernte = mehr Geld, Mehr Regen = Mehr Geld).

Wenn es bei Euch also gerade regnet, dann freut euch einfach! You have to learn to think like a Chinese while looking like a Guailo!

Mama wird mich bald besuchen. Das wird auch nochmal eine tolle Zeit. Ich bin mal gespannt wie oft wir sentimental werden und in Erinnerungen schwelgen. Ich finde es riesig, dass wir diese gemeinsame Zeit verbringen werden. I CAN’T WAIT!!!

Nun muss ich die Musterteile, die gerade angekommen sind, ganz genau unter die Lupe nehmen, damit die Amerikaner schon ganz bald mit neuen Hemden versorgt werden.

Bis ganz bald! Jetzt ist es echt nicht mehr lang!

Love, hugs and kisses

Linni

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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