Moralisch gut sein

Hallo ihr lieben,

ich hoffe das Wetter zieht Euch nicht runter? Keine Sorge, denn bekanntlich gilt ja:

Kräht der Hahn früh auf dem Mist, ändert sich’s Wetter, oder’s bleibt, wie’s ist!

Ja, da glaube ich sehr sehr fest dran. Bisher lag die These auch nie daneben. Mein Hund ist auch super dressiert, denn wenn ich sage: “ Komm, oder nicht“ – dann kommt sie, oder nicht. Hahaha, die Lacher hab ich damit auch direkt auf meiner Seite. Kennt ihr Jimi Breuer? Ich hasse Anti Witze. Ich hasse Jimi Breuer. Ich weiß nicht einmal, ob das so richtig geschrieben ist.

Eigentlich beschäftigt mich gerade die Moral. Seid ihr moralisch gut? Wenn ja, was bedeutet das für Euch? Wo fängt man an moralisch gut zu sein und wo hört man auf?

It all happens for a reason. – das unterschreibe ich.  Umso schwieriger war es für mich demnach eine Situation zu beurteilen, in der ich mich vor kurzem befunden habe. In unserer Gesellschaft voller gieriger Egoisten ist euch doch mit Sicherheit schonmal etwas weggenommen worden? Lollis, Cd’s, Kugelschreiber…Geld? Mir ist es auf jeden Fall passiert. Folgende Situation: klein Linda geht in ein Geschäft, bezahlt artig, bekommt ihr Wechselgeld zurück, fährt nach Hause, schläft eine Nacht drüber. Dann bemerke ich am nächsten Morgen: ich habe zu viel zurück bekommen. Viel zu viel. Vieeeeeel zu viel. Sofort plagt mich ein schlechtes Gewissen! Warum? Ich weiß es auch nicht, es ist ja wirklich nicht meine Schuld. Es könnte mir niemand nachweisen, easy cool cash, Bar auf Tatze. Also die typische Engelchen-Teufelchen Situation:

Teufelchen: Dir wurde letztens erst Geld weggenommen, unrechtmäßig, es ist also vom Schicksal nur fair, es dir auf diese Weise wieder in die Hände zu spielen. BEHALTE ES ! Schweige die Situation TOT! Wenn einer fragt: ALLES VERNEINEN.

Engelchen: Denk an die arme Verkäufern, sie wird es aus ihrer Tasche zahlen müssen und es fällt ein negatives Licht auf sie. UND auf dich, schließlich willst du nochmal dort einkaufen. Außerdem sei auf der Hut: es kommt alles auf dich zurück! Früher oder später.

Ich denke der Zweispalt ist klar. Entweder, ich räche mich stellvertretend fur den anonymen Übertälter an der kleinen Kassiererin, bzw am sowieso unverschämt überteuerten Geschäft und hätte somit meinen Verlust wieder zurückbekommen oder ich gebe das Geld ab, fühle mich sehr ehrlich und moralisch sehr gut und mache andere Menschen glücklich. Bedenkt man nun, wie egoistisch wir Menschen sind, ist die Antwort doch eigentlich klar. Man darf jedoch nicht vergessen, dass die MORAL in unserer Gesellschaft einen mal mehr mal minder hohen Stellenwert hat und der schärfste Gegner des natürlichen Egoismuses ist. Nun stellt sich die Frage, wer das Tauziehen gewinnt? Und spinnt man den Gedanken mal weiter: Mir wurde Unrecht getan, aber nun bietet sich die Chance, alles wieder auf null zu schrauben, obwohl dabei einem anderen Menschen Unrecht getan wird. Ihr wird dann aber mit Sicherheit an einer anderen Stelle Glück wiederfahren und alles ist für sie in Ordnung. Evt geht es dann immer so weiter, wie die Todesliste bei Final Destination. Muss für unser Glück ein anderer leiden? Ist eine solche schicksalhafte Selbstjustiz moralisch vertretbar? Ist sie wohlmöglich unumgänglich?

I’ll break the chain. Ich habe das Geld zurückgegeben. Dadurch bin ich auf der materiellen Ebene zwar im Hinblick auf die Gerechtigkeit im Minus, auf zwischenmenschlicher Ebene habe ich mir jedoch ein Sternchen in mein imaginäres Wohltätigkeitsalbum geklebt.

Kopfkino spielt in meinem Leben eine große Rolle, man sagt, ich hätte es geerbt. Ich verrate nicht von wem. Mein Film spielt also weiter: Muss ich das Sternchen aus dem Büchlein rausseißen, weil ich so böse war überhaupt einen solchen innerer Konflikt zuzulassen? Hätte ich überhaupt mit dem Gedanken spielen dürfen, das Geld stillschweigend zu behalten. Ich denke, daraus darf man mir keinen Strick drehen, denn wer leider leider oft enttäuscht wurde, muss sich besonders anstrengen, eine Motitvation dazu zu finden, anderen vor dem Unrecht zu schützen, das einem, selbst geschehen ist. Darin verbirgt sich übrigens ein weiterer Motivationspunkt: ICH bin NICHT ein solcher Mensch. Ich darf mit gutem Gewissen und einem Lächeln ins Bett gehen und muss an niemandem mit gesenktem Kopf vorbeihuschen.

Glaubt ihr an Karma? Ich glaube jetzt gerade einfach daran. Denn der Ausgang dieser Situation war mit Sicherheit gut dafür. Pimp your Karma. A good deed a day keeps misfortune away.

Mehr noch zum Thema Enttäuschungen: ich denke, ich liege richtig in der Annahme, dass wir alle schonmal menschlich enttäuscht wurden? Hinter jeden von uns liegen vermutlich zerbrochene Freundschaften? Ohne Namen zu nennen, ich wurde oft enttäuscht. Und es tat jedes mal mindestens genauso weh, wie beim ersten mal (Aber ich will um Gottes Willen an dieser Stelle kein Mitleid erhaschen). Man investiert Zeit und Liebe in einen Menschen, man macht sich Gedanken, zeigt Mitleid, Empathie, opfert Zeit und Nerven…ihr wisst, was ich meine. Wer sich das alles jedoch zu lange zu Herzen nimmt und nicht lernt loszulassen, der wird sein Leben lang damit belastet sein. Es wird schwieriger neues Vertrauen aufzubauen, man verbittert im schlimmsten Fall und ist sich am Ende selbst das größte und höchste Hindernis zum eigenen Glück. Doch das hilft doch wirklich niemandem. Darum habe ich festgestellt (und beharre auch stur darauf): die Liebe – platonisch, oder auch anderer Natur – und den generellen Einsatz den ich einem Menschen entgegenbringe, kommt irgendwann zu mir zurück. Vor allem dann, wenn man es am wenigsten erwartet. Wenn Lieschen Müller geliebt wird, darf man also nicht erwarten, dass Lieschen Müller auch zurückliebt. Dafür ist dann vielleicht Max Mustermann zuständig. Also Augen auf und mal ganz bewusst überlegen, ob vorangegangene Enttäuschungen an einer anderen Stelle nicht schon längst wieder wett gemacht wurde. Die Kunst daran ist also das Erkennen der Situation und die Verbindung zum Ursprung herzustellen.Denkt mal darüber nach. Vielleicht gehts euch ja schon etwas besser?

 

Und niemals vergessen, das unsere Erfahrungen uns zu dem Menschen machen, den wir sind. Im Idealfall ist man mit sich selbst im Reinen und somit ist jede Erfahrung, die wir gemacht haben, rein positiver Natur. Auch dann, wenn man sie zunächst ganz anders eingestuft hat.

Der Regen kriegt mich nicht klein, ich mache mich auf den Weg in die Stadt und schnuppere etwas frische Luft. Die tut meinen gereizten Lungen vermutlich auch sehr gut. Doofe Grippe. Lustig, dass so kleine Bakterien uns so plattkriegen. David und Goliath. Ich fange an, die Moral der Geschicht‘ zu verstehen. Zum Ende hin also wieder eine tolle Überleitung zur Moral. Ich hoffe, mein Deutschlehrer wäre stolz auf mich.

Keep Smiling und zieht auch ein Regenjäckchen an!

 

All my love and kisses

 

Linda

 

 

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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