Kinder, wie die Zeit vergeht.

Hallo ihr Lieben.

Es ist wirklich immer wieder ein Phänomen.

Da freut man sich Tage, ach WOCHEN lang auf diesen einen bestimmten Moment. Dieses eine Fest, sei es Weihnachten, oder wie an diesem Wochenende, der Geburtstag meiner geliebten Tante Pi, und kaum ist er endlich da, da ist er auch schon wieder vorbei. Die Hamburger sind längst auf der Autobahn und hoffentlich bald zu Hause, die Züricher sind im Flugzeug, die Dambroicher sind schon längst wieder daheim. Was jedoch bleibt, sind die Erinnerungen. Und die traumhaft schönen Fotos. Lustig, dass man zunächst als nervige „Karla Kolumna“ beschimpft wird und sich im Endeffekt alle um die Bilder reißen. Aber inzwischen kennt man die Pappenheimer und hält einfach fleißig die Linse drauf.

Aber die Idee des Zusammenseins bewegt.  Bereitwillig werden etliche Kilometer zurückgelegt, nur um sich endlich wieder in die Arrme nehmen zu können. Freudig berührt erkenne ich darin unser aller Grundbedürfnis nach Liebe. Liebe und Geborgenheit. Und wo bitte bekommt man mehr davon, als Mitten im Familienleben?

Doch von alleine läuft so eine Großfamilie nicht. Hinter den Kulissen steckt jede Menge Arbeit auf allen Ebenen. Die 620km von Zürich fordern die physische und mentale Bereitschaft, eine solche Reise auf sich zu nehmen. Regelmäßige Telefonate und ein „mal eben nach dem Rechten schauen“ sind ebenfalls essentiell. Doch das kann natürlich nicht auf Einseitigkeit beruhen. Jedes einzelne Mitglied einer Familie muss aktiv daran arbeiten, dass ein möglichst enger Zusammenhalt bestehen bleibt. Jedes Individuum muss auch kräftig Integrationsarbeiten leisten und lernen tolerant zu sein, da sich natürlich auch innerhalb der Familie die Geister spalten. Es gibt Krach, man verträgt sich und am Ende des Tages liebt man sich bedingungslos, egal was!

Und genau darauf bin ich so stolz: ich habe viele Menschen kennengelernt, hinter viele Fassaden blicken dürfen und nirgends habe ich mich a) wohler gefühlt, als im Kreise meiner Liebsten und b) nirgends habe ich wertvollere Menschen gesehen, die mit so viel Liebe und Herz einfach in Ihrer Art so wunderbar bereichernd sind. Ich wünsche mir für jeden von Euch da draußen, dass ihr das Privileg habt, genauso fühlen zu können. Als Teil dieser Einheit fühle ich mich nicht nur unendlich geborgen, sondern auch zu 100% verstanden und akzeptiert. Ich fühle mich einfach angekommen und weiß, dass mir nichts passieren kann, solange es diese Menschen gibt.

Wenn ihr nicht so denkt und fühlt, dann fangt an etwas zu ändern. Es ist nie zu spät. Lernt zu verzeihen, lernt zu tolerieren und vielleicht auch zu vergessen. Lernt „mal 5 gerade sein zu lassen“, lernt zu weinen, lernt zu lachen, lernt Empathie zu empfinden und lernt vor allem eins: Authentisch zu sein. Wenn nicht vor eurer Familie, ja wo denn bitte sonst?

Weiterhin gilt: Offene Kommunikation sei stets das A und O!! Anders gesagt: Redenden kann geholfen werden. Dieser Grundsatz ist sozusagen das oberste Gebot in unserem Familienbund. Doch was wirklich dahintersteckt, habe ich erst in der letzten Zeit erkannt. Warum schleppt man Dinge mit sich herum, frisst sie in sich hinein, sendet, da man evt etwas frustriert oder traurig ist, negative Signale an die Umgebung, wenn es doch so erleichternd ist, sich zu öffnen und einen Verbündeten zu finden. Manchmal lösen sich binnen kürzester Zeit die scheinbar aussichtlosesten Knoten quasi von alleine auf. Geteiltes Leid = halbes Leid. In der Regel stimmt es.

Fakt ist auch: Wer lernt zu kommunizieren, der ist glücklicher. Viele Reibereien hätten einem erspart bleiben können, wenn man einfach von Anfang an den Mund aufgemacht und ehrlich gesprochen hätte. SPEAK OUT LOUD! Mein Motto des Tages.

Innerhalb des Familienbundes werden natürlich auch bestimmte Erwartungen an jeden Einzelnen gestellt. Oma backt die besten Kuchen, kocht das beste Essen und bei ihr kann man sich am besten fallenlassen. Ganz klar. Opa, nimmt sich jedes Problem zu Herzen und versucht es zu lösen. Außerdem bringt er jede Party in Gang, ist der Entertainer mit dem sanften Kern namens „XXXXXL Herz“. Mama hat wirklich immer Recht, merkt alles und ist immer da. Und so kann man das ganze weiterführen. Ewartungen, die gestellt werden um bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen, die nur innerhalb der Familie erfüllt werden können. Kein anderer Teil der Gesellschaft kann die Rolle der Familie ersetzten. Genau das macht sie so wertvoll.

Es lohnt sich für sie zu kämpfen. Der Bund zwischen Eltern und den Kindern ist so intim und eng, und das hohe Maß der Bereitschaft, sich ohne Wenn und Aber gegenseitig zu unterstützen, ist so wunderbar, für mich ist es das kostbarste Gut, das ich „besitze“.

Gegenseitige Entlastung, bedingungslose Unterstützung, Solidarität….die Liste ist ewig weiterzuführen. Die natürlichste Verbindung der Menschheit ist zugleich ihr wertvollster Bestandteil. Bevor ich zu sehr in die pädagogische Schiene abdrifte, sage ich, was ich eigentlich nur „kurz“ ausdrücken wollte:

ICH LIEBE MEINE FAMILIE, ICH BIN UNENDLICH DANKBAR, EUCH ALLE ZU HABEN, IHR GEBT MIR KRAFT, IHR BRINGT MICH ZUM LACHEN UND SCHENKT MIR BEDINGUNSLOSE LIEBE. DANKE DAFÜR.

Ja, ich habe gerade einen sentimentalen Moment. Schön :)

Ich kann die nächste Feier, die uns alle wieder an einen gemeinsamen Ort lockt, gar nicht erwarten. Doch bis Weihnachten werde ich wohl warten müssen. Vorfreude ist doch auch etwas tolles. Tendenziell ab Mitte November darf ich den Plätzchenofen anschmeißen, für mich der Startschuss für die Festtage.

Ach…solange wir alle gesund sind, ist das Leben doch wunder wunder schön. Mit einem wohligen Gefühl im Bauch, denn ich fühle mich sehr geliebt und behütet, widme ich mich nun meiner kleinen Lola und einer schönen Tasse Pfefferminztee.

Und denkt daran: jedes Mitglied einer Familie muss AKTIV daran arbeiten, dass der Laden läuft. Also ruft doch mal die Oma an. Sagt Mama, wie sehr ihr sie liebt. Backt Plätzchen. Was auch immer ihr für richtig haltet.

High vor Liebe verabschiede ich mich an dieser Stelle.

Bis bald.

Hugs and Kisses

Linni

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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