Warum sind denn alle so wütend?

Hallo ihr Lieben,

Es lässt sich wohl nicht verleumdnen, der Sommer hat sich mit einem wunder wunder wunder schönen Wochenende von uns verabschiedet. Er bleibt demnach doch noch in guter Erinnerung.

Vielleicht lag’s echt am Wetterumschwung, dass die Laune des Einen oder Anderen nur mit  Vorsicht zu genießen war. Sehr sehr viele frustrierte Menschen, die die Straßen unsicher machen. Hatte bei „Grün“ den Gang noch nicht eingelegt. Wurde auch gleich bestraft. MÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖP. Wilde Gesten. Wie konnte ich nur.

Weiter ging’s im Supermarkt. Ich schlendere langsam zur Kasse und werde dabei von einer über-ehrgeizigen „Supermami“ nahezu überannt. Wahnsinn, sie hat’s  tatsächlich vor mir zum Kassenband geschafft und somit 1,5 Minuten mehr, die Sie damit verbringen kann, sich über diesen Triumph zu freuen.

Nächstes Szenario. Cafe Bastians. „Einen doppelten Espresso, bitte.“ – „Also Kaffee?“ – „Nein, einen Doppelten Espresso bitte.“ – „Wir haben nur Dupios“ – „Ja, genau den bitte.“ – Sie verdreht die Augen und dackelt davon. Später, meine Rechnung von 5.20€ möchte ich mit 7€ begleichen. Im Verhältnis definitiv genug Trinkgeld. Zu viel Trinkgeld. Kein Danke. Kein „Tschüss“. Tja, in Zukunft also auch kein Wiedersehen. Ist doch schade.

Aber das sind ja nur Kleinigkeiten. Vielleicht bin ich ja auch spießig, dass ich mich überhaupt weiterhin damit befasse. Wäre da nicht dieses eine Telefonat gewesen…

Im Kreis Düsseldorf und Ratingen hatte Vodafone heute so gegen 16-17 Uhr Probleme mit dem 3G Datennetzwerk. Ich rufe also bei der „1212“ an und erkundige mich, warum mein Internet nicht funktioniert, ich war drauf angewiesen. Das Gespräch verlief in etwa so:

Er: „Vodafone Kundernservice, ja…?“

Ich: „Schönen guten Tag, Seidensticker mein Name….“ Es folgt die Schilderung des Problems

Er:“ Da musst du dein iPhone neu starten.“  – Du…der Kunde ist niemals DU!

Ich: „Das habe ich bereits. Ein paar mal.“

Er: “ Beide Knöpfe gedrückt, bis der Apfel kam?“

Ich: „Ja. Ich kenne mich technisch eigentlich gut mit dem Gerät aus. Hab alles versucht.“

Er: „Das glaube ich dir nicht“

Ich: „Zweifeln sie an meinen Fähigkeiten mein Handy zu bedienen?“

Er: „Leck mich“ – Aufgelegt.

 

Also habe ich heute direkt mein Feedback-Debüt gefeiert. Habe eine offizielle Beschwerde formuliert. Denn wir haben ja gelernt, dass den Redenden geholfen werden kann. Nun findet die Theorie in der Praxis Gebrauch. Das klingt so schön spießig, aber irgendwann ist der Spaß vorbei. Herrlich, wie ich mich in meinem kleinen schwarzen Auto aufgeregt habe. Im Rumpelstilzchen Stil. Zwergenaufstand. Aber ich denke, es ist berechtigt sich als zahlender Kunde etwas verarscht zu fühlen, wenn man mit solch einer Unverschämtheit konfrontiert wird.

Können manche denn nicht lernen einfach mal die Zähne zusammen zu beißen und zumindest auf beruflicher Ebene den Anschein erwecken, sie seien freundlich? Dann laufen die Geschäft auch besser.

Aufallend auch: macht man sich wortwörtlich „stadtfein“, gibt sich also Mühe mit der Kleiderwahl und springt mal kurz unter die Dusche, schon wird man mit etlichen genuschelten Gehässigkeiten konfrontiert.

„Mit hohen Schuhen in der Stadt, das sieht ja aus, wie ne Nutte“, gnädiges Fräulein, denken sie sich doch Ihren Teil, aber behalten sie den Mund doch bitte geschlossen. Und mal ehrlich: Sind die denn nuttig?

Der running Gag, wenn ich mit Lola unterwegs bin:

– Was passiert, wenn die Batterien leer sind?

– Guck mal die Taschenratte.

– Gibt’s den auch als Hund?

Was genau soll denn damit erreicht werden? Ihr wollt mich verunsichern? Ihr wollt verletzen? Aber warum nur?

Lästern liegt dem Anschein nach in unserer Natur. Wir polieren damit ganz klar das eigene Selbstwertgefühl auf. „Ich lästere nie.“ Das ist gelogen. Jeder tut es. Aber wie so oft spielt der Ton, bzw die Art und Weise, die Musik. Eine offensichtliche Attake ist geschmacklos, verletzend und überflüßig. Der Profi denkt sich seinen Teil und schweigt. Wer nicht schweigen kann, der wartet zumindest bis das Opfer außer Höhrweite ist. Denn wenn man ganz ehrlich ist, will man doch eigentlich nicht wirklich verletzen. Man vetreibt sich doch lediglich durch ein „erörtern der Tatsachen“ die Langeweile. Macht euch also keine Feinde und lernt etwas Feingefühl zu bewahren. Kleiner Tip: Vorm Computer darf man lästern bis zum umfallen, ich sehe euch nicht, ich höre euch nicht 😉

Ich habe gelernt, solche Attacken als Kompliment zu werten. Die Deutschen sind für ihre Tendenz zum Neid bekannt. Wer einem etwas neidet, der bewundert zugleich. Auch wenn er/sie das niemals zugeben würde. Aber als Steh-auf-Männchen ist es in meiner Natur das positive zu Suchen und meistens auch zu finden. Nächstes mal kommt als Antwort auf die „Nutte“ ein schlichtes, – „Danke für die Blumen“. Hab keine Lust zu streiten.

DerNeid kann nur dann entstehen, wenn wir unter einem geringen Selbswergefühl leiden, d.h. wir fühlen uns minderwertig. Wir beneiden andere um deren Erfolg, Schönheit, ihren Besitz oder um charakterliche Eigenschaften wie Humor oder Spontanität und halten die anderen für wertvoller und liebenswerter als uns. Je mehr du lernst, dich so anzunehmen, wie du bist, umso weniger neidisch bist du – und ganz nebenbei steigen dein Selbstvertrauen und deine Zufriedenheit

„Keine Leidenschaft ist für die Seele des Menschen verderblicher als der  Neid, der zwar andere sehr wenig betrübt, aber für den, der damit behaftet ist, das größte, eigentlich das Grundübel ist. Denn wie der Rost das Eisen, so verzehrt der Neid die Seele, die mit ihm behaftet ist.“ – Basilius der Große, Reden

Sehr wahr. Kluge Worte einer großen Persönlichkeit. Das einzige Hindernis zum Glück sind doch meistens wir selbst. Sei es nun der Neid oder jegliche andere Form der inneren Barriere, die uns davon fernhält, den Schritt zum Glück zu schaffen. Es fehlt häufig nur ein winzig kleines Stück. Also müssen wir lernen unsere Barrieren und Laster zu erkennen und sie zum Einsturz zu bringen.  Ich versuche gerade herauszufinden, wie das funktioniert. Neid ist nicht das Problem. Eher Rastlosigkeit. Und Sturheit. Perfektionismus. Guckt mal in Euch hinein. Vielleicht werdet ihr ja fündig.

Ich lasse mir die Laune nicht verderben. Morgen ist ein neuer Tag, ich hoffe alle atmen nochmal tief durch und starten mit neuer Energie in den Tag.

Meine Augen werden immer schwerer. Ich bin nach einer doofen letzten Nacht echt müde. Warum doof? – Linda = staatlich geprüfter Tollpatsch. Mein Computerstuhl hat sich stillschweigend nach hinten verabschiedet, als ich wild winkend zum Fenster vorgebeugt bin, um unsere Gäste zu verabschieden. Es folgt: der klassiche Flug ins Leere. Die Bilanz: Dickes Handgelenk, steifer Nack und eine Runde Kopfschmerzen. Schade, dass es niemand gefilmt hat. Wäre ein Youtube hit. Oder vielleicht was für den Raab.

Für alle, die sich der Aufgabe des Selbstschutzes der Neid – oder- was- auch- immer- attacken, nicht gewachsen fühlen: Ich empfehle das Tragen „Türkischer Augen“. Ich liebe sie. Der Sage nach platz ein wenig Glas ab, wenn das Auge einen Beschützerauftrag erfolgreich erfüllt hat. Bei mir sind schon etliche Ecken und Kanten drinne. Also rennt los und behängt euch! Sehen auch schick aus :)

In dem Sinne: Gute Nacht ihr Lieben!!!

 

Hugs and Kisses

 

Linni

 

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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