Carpie diem und so…

Hallo ihr Lieben,

ich würde Euch nun gerne berichten, was ich für einen wahnsinnig aufregenden Tag hatte und berichten, was ich für aufregende Dinge erlebt habe. Aber es gibt nichts zu erzählen. Gar nichts. Das Highlight war vermutlich die dicke Kröte, die sich auf meiner Terasse vom Regen hat berieseln lassen. So richtig schön dick und schleimig.

Wenn das also mein verwunschener Prinz war, dann habe ich ihn verpasst. Ich sah in meinen Joggingsachen auch nicht gerade verführerisch aus. Vermutlich ist es also besser, dass unser erstes Zusammentreffen zu einem anderen ZEitpunkt stattfindet.

Es hat aber auch so geregnet, ein Stadtbummel wäre nur extrem ungemütlich gewesen.

Ich habe meine „Heimzeit“ also genutzt und an meinen Weihnachtsgeschenken für die Familie weitergearbeitet. Ja, richtig gehört. WEIHNACHTSGESCHENKE. Der Frühe Vogel fängt den Wurm…jaaaa, der ist dieses Jahr wohl meiner.

Ach ja, zur Apotheke habe ichs noch geschafft. Und den Wald habe ich mit klein Lola bewandert. Ach ein iPhone habe ich auch komplett neu eingerichtet. So faul war ich gar nicht.

Aber faul sein ist manchmal das einzig richtige. Tage wie diese sind offensichtlich nicht die glorreichsten in meinem Leben, das nehme ich so hin und genieße es fast. Ich stand in der letzten Zeit andauernd unter Strom. Schon schön, sich einfach mal hängen zu lassen.

Dazu rate ich Euch allen: einen Tag lang einen oder auch zwei Gänge herunterschalten und scheinbar nutzlose und doch nützliche Dinge zu tun.

Carpe diem, neu interpretiert. Sprich: es ist eh hoffnunglos zu meinen, heute würde man weltbewegende Dinge erledigen, also nutze die Gelegenheit um die Nebensächlichen Dinge abzuarbeiten. Und sei es nur die mentale Regeneration durch ein gänzliches Abschalten von höheren Hirnaktivitäten.

Ich war besonders kreativ und habe meine neuen Nespresso Kaspeln ganz ordentlich nach Farbe und Intensität sortiert. Wunderhübsch. Die Staffel an Magnesium, Kalzium und Multivitaminbrausetabletten steht auch perfekt in einer Reihe. Die Betten sind frisch gemacht, Jacken und Mäntel sind farblich sortiert im Schrank untergebracht, der Kühlschrank ist frisch desinfiziert. Dinge, dessen Erledigung nicht weltbewegend sind, aber doch müssen sie gemacht werden.

Was für Minijobs erledigt ihr, an euren Faultagen? Oder schafft ihr es sogar so richtig faul auf dem Sofa zu fletzen? Das schaffe ich leider nicht lange. Naja, RTL und Pro7 sind auch nicht gerade für ihr Nachmittagsprogramm bekannt.

Faulenzen will also gelernt sein. Ich bin kein klassischer Faulenzer, mir fällt immer gleich die Decke auf den Kopf. Doch ist das Faulenzen sehr wichtig. Der Mensch braucht einen Augeblick der Muße anstatt der Reizüberflutung. Medizinisch gesehen ist Nichtstun sogar unerlässlich – wie Atmen, Trinken oder Essen.

Und doch sind die wenigsten von uns tatsächlich dazu in der Lage einfach einmal abzuschalten und sich nur mit sich selbst ohne äußere Einflüsse zu beschäftigen. Im Gegenteil. Andauernd sind wir auf 3 verschiedenen Geräten und Plattformen onloine, sind permanent und allzeit erreichbar. Wir haben Angst, etwas zu verpassen und somit nicht mehr informiert zu sein. Wir sind einer maßlosen Reizüberflutung ausgesetzt, stehen ständig unter Zugzwang (132064021374 Mails beantworten sich nicht von alleine) und sind nahezu gierig nach „dem Neusten“ (das neue iPhone, die neue Software, das Neuste vom Neusten vom Neusten…). Doch sind wir damit nicht oft genug tierisch überfordert? Vielleicht ist es bei dem einen oder anderen so schlimm, dass er darüber regelrecht frustriert? Warum also diese ganzen Verpflichtungen auf uns nehmen? Ja sicher, es ist einfach ein unerlässlicher Teil unseres Zeitalters, aber den einen „Tag-X“ sollte man sich ganz bewusst gönnen.

„Im Onlinezeitalter müssen wir lernen, geistig offline zu gehen“. Ein passendes Zitat, findet ihr nicht?

Es ist schon erstaunlich: Mit unserem Körper gehen wir längst pfleglicher und klüger um als mit unserem Geist. Unzählige Diätratgeber lehren uns, beim Essen Maß zu halten, wir machen Frühjahrs- und Herbstkuren und achten auf den body-mass-Index. Doch all das, was in Bezug auf das Essen Common Sense ist, scheint im Umgang mit Informationen nicht zu gelten. Dort frönen wir häufig einer ungezügelten Völlerei, überreizen unser Denkorgan mit zu vielen, falschen oder unwichtigen Informationen und kommen kaum auf den Gedanken, dass unser Gehirn dies alles ja verdauen muss und dass es – wie jedes Organ – Zeiten der Regeneration braucht. Und das ist Fakt, wie Opa stets z usagen pflegt.

Geist und Seele brauchen schöpferische Pausen. Das wussten schon die antiken Philosophen. Ganz so veraltet sind ihre Ansichten demnach doch nicht.

Ich habe erfahren, dass Auzeiten meine Reserven auf nahezu jeder Ebene auftanken. Sei es kreativ, sei es intellektuell oder sei es eine physische Ebene.

Macht euch also nichts draus. Verschiebt die Dinge tatsächlich mal auf Morgen.

Nachdem ich mir also ein moralisches Alibi für meinen unproduktiven Tag gestaltet habe, finden mein „Ruhetag“ einen harmonischen Ausklang  mit einer XXL-Tasse Blasen und Nierentee und den neusten folgen von „True Blood“ . Ja, der Temperatursturz ist leider nicht spurlos an mir vorbeigezogen. Morgen wirds sicherlich besser sein.

Also ihr Lieben.

Tut es mir gleich. Gönnt Euch eine Pause. Lehnt Euch zurück. Die Welt dreht sich weiter.

Sweet dreams, hugs and kisses

Eure Linni

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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