Weinen will gelernt sein.

Hallo ihr Lieben!

 

Ich hoffe ihr hattet ein tolles Wochenende? Mit Krawall und Remmi Demmi?

Meins war schön 🙂 Nicht so wahnsinnig aufregend, aber insgesamt schön.

Vor allem, weil ich etwas wichtiges erkannt habe. Und zwar wie gut es tut hin und wieder einmal zu weinen.

Das hat nichts mit Depressionen zu tun. Auch nicht damit, dass man evt. einen „schwachen Charakter“ hat – gibt’s das ĂŒberhaupt?? – und auch nicht damit, dass man bemitleidet werden mĂŒsste.

Nein, beim Weinen handelt es sich um etwas so natĂŒrliches und essentielles. Ich gebe zu, dass ich das Gen des „Nah-am-Wasser-gebaut-seins“ definitiv vererbt bekommen habe.

Findet Nemo = schön. Linda und Mama weinen. Ein besonders berĂŒhrendes Schicksal, wir hören die Geschichte dazu, wir weinen. Doch macht das nicht eigentlich sympathisch? Authentischer kann man Empathie doch wohl  nicht ĂŒbermitteln.

Man weint also, wenn man etwas besonders schön findet. Man weint, wenn man etwas besonders schlimm findet. Im letzteren Fall setzt nach dem Weinen eine nahezu entspannende Ruhe ein. Weinen ist anstrengend, der Körper ist erschöpft, er braucht Ruhe. Man schlÀft in der Regel besser.

Ich rate euch jetzt nicht dazu, bei jeder Gelegenheit loszuflennen, das ist nicht nur sehr anstrengend fĂŒr euch selbst, sondern auch fĂŒr euer gesamtes Umfeld.

Stichwort „Umfeld“: Unser Umfeld reagiert in der Regel auf uns, wenn es mitbekommt, dass wir geweint haben. Weinen stellt also auch oft einen Hilferuf dar.

Manchmal weinen wir still und nur fĂŒr uns. Meistens dann, wenn die Verzweiflung am tiefsten sitzt. Vermutlich auch dann, wenn wir uns nicht trauen den Hilferuf nach draußen zu kommunizieren.

Ich habe in der letzten Zeit einige kitschige Liebeskomödien geguckt, in jedem wurde geweint, aber es war jedes mal anders.  Dabei kam mir die Erkenntnis, dass es verschiedene „Weiner“ gibt. Die einen weinen, wie gemalt. Mit dicken KrokodilstrĂ€nen, die einzeln die Wangen hinunterkullern. Die anderen weinen hysterisch, bei anderen plustern sich die TrĂ€nensacke auf und wiederum andere schluchzen lautstark. Doch in dem Moment des Weinens sind sie alle gleich. Sie sind verletzt oder ĂŒberwĂ€ltigt. Körper und Geist wissen sich nicht mehr anders zu helfen, also wird der Startschuss zum TrĂ€nenkullern gegeben.

Bei den alten Griechen durften selbst Helden heulen. Als Odysseus nach langen Aben­teuern zu seiner Frau Penelope zurĂŒckkehrte, „schwoll ihm sein Herz von inniger Wehmut: Weinend hielt er sein treues, geliebtes Weib in den Armen“, lesen wir bei Homer. Weinen ist also absolut KEIN Zeichen von SchwĂ€che. Leider wird es heutzutage aber so oft so interpretiert. Die Hemmschwelle wird immer grĂ¶ĂŸer.

Ich finde: wer weinen kann ist klar im Vorteil. Biologisch gesehen stellt das Weinen vor allem eine Spannungsreduktion fĂŒr den Körper dar. „Spannungsreduktion“ – das klingt doch schon befreiend. Weinen ist jedoch nicht an eine bestimmte Emotion gebunden. Sicher, die hĂ€ufigsten Motive sind wohl Trauer, Schmerz, Angst und Wut oder – das Kontrastprogramm – Freude. Teile der Wissenschaft gehen davon aus, dass der Mensch das einzige Lebewesen der Erde ist, das emotional bedingt weint.

Wer GlĂŒck hat, der kann nicht nur dann weinen, wenn er alleine ist, sondern vor allem dann, wenn seine Liebsten Menschen in der NĂ€he sind. Eine Vertrauensperson. Ich finde, in einer solchen Situation stellt das Weinen einen Hilferuf dar, der die AbhĂ€ngigkeit und die starke emotionale Bindung zum gegenĂŒber signalisieren soll. Zudem haben Untersuchungen gezeigt, dass TrĂ€nen beim GegenĂŒber das wahrgenommene GefĂŒhl statistisch messbar verstĂ€rken: Berichtet ein Mensch lediglich ĂŒber seine Trauer, löst das weniger intensive GefĂŒhle in seinem GesprĂ€chspartner aus, als wenn derjenige zusĂ€tzlich weint. Damit könnten TrĂ€nen als Signal an die Umwelt verstanden werden. Es stellt einen wahnsinnigen Vertrauensbeweis dar. Weinen ist sehr intim, wenn ihr Menschen habt, vor denen ihr weinen könnt, dann habt ihr Menschen gefunden, denen ihr vertraut. Und das ist doch schön zu wissen?

Geteiltest Leid ist halbes Leid. Das kann man so und so auslegen, auf jeden Fall ist Kummer, der besprochen wird, fĂŒr den demnach zwei Köpfe nach einer Lösung suchen, leichter zu beheben. Im Ernstfall – der hoffentlich sowieso nicht eintritt – ist es also nur gescheit, einfach mal loszulassen und die TrĂ€nen kullern zu lassen, sollten sie im Rachen drĂŒcken.

Keine Sorge, ich bin gerade absolut nicht traurig. Ich weine auch nicht. Hab’s auch nicht vor 😀

Mich hat das Thema einfach beschĂ€ftigt. Also habe ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht 🙂

Nun widme ich mich einem wirklichen Kontrastprogramm namens „Grown Ups“ mit und von Adam Sandler. Ich finde Adam Sandler großartig. Der bringt mich zum LACHEN! Ist kein hĂŒbscher Mann, aber ein Genie in seinem Genre.

Euch noch eine wunderschöne, trÀnenfreie Nachtruhe!

Hugs and kisses

 

Linni

 

 

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in DĂŒsseldorf und ZĂŒrich zu Hause. Ich singe fĂŒr mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: GlĂŒcklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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