Reden ist Schweigen

Wenn die Stille dann da ist…

Hallo ihr Lieben,

der erste Tag nach dem Fest an dem ich alleine in meiner schönen Wohnung und einfach Mensch bin. Klingt nicht besonders aufregend. Eigentlich nicht einmal erwähnenswert…wäre da nicht dieser eine Mitbewohner….langsam aber durchdringlich schleicht sie sich durch jedes winzigste Schlüsselloch. Die Stille kommt auch zu Euch nach Hause. Ihr müsst nur ganz ganz leise sein.

Nach fröhlich-kitschiger Weihnachtsmusik, wildem Durcheinandergerrede und diversen „Nebengeräuschen“ kann ein wenig Stille ganz schön sein. Doch signalisiert sie für mich leider nur, dass sich die geselligste Zeit des Jahres wirklich dem Ende neigt. Nun noch einmal das Silvester-trara und dann ist erst einmal Schicht im Schacht.

Man muss im Leben lernen mit der Stille umzugehen. Denn sie kann auch sehr bedrückend sein. Genau diese Stille war es, die mir zuletzt in Hong Kong mein Lächeln verdorben hatte. Das habe ich zum Glück wieder gefunden, doch es war gar nicht so einfach.

Stille bedeutet jedoch nicht immer dasselbe. Die erste Assoziation ist vermutlich: Stille -> Einsamkeit.

Aber es gibt auch positive Stille. Sogar wunderschöne Stille. Es kann so schön sein, wenn man neben seinem Partner sitzt – Arm in Arm – und man keine Worte braucht, um dem anderen spüren zu lassen, wie innig die Liebe ist, die zwischen beiden herrscht.

Es gibt die melancholische Stille, der Denker schweigt gerne mal. Stille kann sehr intellektuell sein. Man nehme das Beispiel der Stille, die in Bibliotheken herrscht. Die dort herrschende Stille imponiert mir sehr.

Die Stille kann auch eine Strafe von ungeahnter Wirksamkeit sein. Wer schweigt, anstatt mit Worten zu beleidigen, verletzt manchmal viel mehr. „Ignoriere es einfach, das ärgert ihn am meisten“ – Pflegte meine Mama stets zu sagen, wenn sich mal wieder ein Streit mit meinem kleinen Bruder anbahnte. Sicher auch ein Mittel zum Zweck – wir waren mit Sicherheit nicht immer die einfachsten Kinder. Haben uns gestritten, wie die Kesselflicker. Es hat jedoch funktioniert. Mit bloßem Schweigen habe ich ihn so sehr reizen können, dass wir uns zwar dennoch im Anschluss geprügelt haben, ich jedoch den Moment genießen konnte, in dem er langsam aber sich anfing innerlich über zu kochen.

Ja…es geht eine wahnsinns Macht von der Stille aus.

Es heißt auch nicht um sonst: Reden ist Silber – Schweigen ist Gold.

Ich mag die Stille heute nicht. Hätte lieber den kleinen Levi, der zur Zeit in einer rasenden Geschwindigkeit sein Vokabular erweiter, auf dem Schoß. „Levi sagt mal LIN-DA“. Irre niedlich! Ich bin verliebt.

Doch ich weiß mir zu helfen – Der inzwischen uralte, aber immernoch sensationell gute Soundtrack zu „Bridget Jones‘ Diary“ durchbricht die Stille, die sich in meiner Wohnung breit gemacht hat und schickt sie zum Schlafen in den grauen Winterwald.

Dort genieße ich die Ruhe übrigens. Der Wald versprüht eine so beruhigende Atmosphäre, wenn er Menschenleer ist. Nahezu gespenstisch schön.

Genießt Euren Nachmittag. Ob in aller Ruhe oder bei einem netten Kaffeetratsch.

2011 ist bald um. Habt ihr Eure Vorsätze für 2012 schon definiert? Macht ihr das überhaupt?

Love hugs and kisses

Linni

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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