Mathe? Hatte ich mal…

Guten Tag ihr Lieben!!

Freitag -> Yippieh yeah yeah!

Was ich gerade mache? Arbeiten. Und jetzt ganz genau in diesem Moment „gerade“ -> Grübeln.

Das führt dann oft zu einem Eintrag.

Musste heute an die alten Schultage denken. Vermutlich weil ich die ganzen kleinen i-Dötze gesehen habe, die brav an der Haltestele auf ihre bahn gewartet haben.

Grundsätzlich hasse ich die Schule. Finde unser Bildungssystem sehr fragwürdig und will auf keinen Fall dort hin zurück.

Zum anderen jedoch muss ich echt gestehen, dass die Schulzeit eine sehr unbeschwerte Zeit war. Klare Struktur: Sei um 8 da, sitze die Zeit ab, erledige die Aufgaben, geh nach Hause, erledige den Rest (höhöh, ist klar) und sei einfach jung und naiv und vogelfrei. Man bekam einen StundenPLAN, einen Lehr PLAN gab es auch…einen Erwartungshorizont. Alle zu erreichenden Ziele waren so schon vorformuliert, mit relativ geringem Aufwand könnte man sich relativ zufriedenstellend da durchmogeln. Oder man war Streber und hat auch noch gute Noten mit nach Hause gebracht (Höhöööö :D). Das wurde dann von den Eltern sogar noch belohnt. Also nicht einmal eine Arbeit ohne Lohn. Be-LOHN-ung 😀

Heute ist das anders. Ich muss mehr Entscheidungen treffen. Muss meine eigenen Pläne erstellen, muss für Fehlentscheidungen geradestehen und muss meine Optionen gut analysieren. Das Studium ist noch eine „inbetween“Phase. Im Beruf ist dann alles meistens noch endgütiger. Zumindest, wenn man als Angestellter im Büro sitzt.

Müsste ich also nochmals durch die Schulzeit: ich würde den Service der Aufgabenverwaltung wirklich intensiver genießen.

Klar, meistens waren es doofe Aufgaben, aber am Ende des Weges lockte dann der Türöffner: Abschlusszeugnis.

ABER. Die Schule kann auch so so so viel kaputt machen. Wenn ich daran denke, wer sich so alles „Pädagoge“ nennen darf – mir wird schlecht.

Ich werde niemals vergessen, wie fertig ich war, als mir die dumme Referendarin im Fach Deutsch, 11.Klasse, eröffnete, dass man merken würde, dass Deutsch nicht meine Muttersprache sei. Ich sollte mir da helfen lassen.

Für einen Streber, der vorher vor allem in Deutsch die Einser kassiert hat, ein so heftiger Schlag ins Gesicht, ich wollte am liebsten zurückschlagen. Ich schreibe für mein Leben gerne. Liebe die deutsche Sprache. Bilde mir ein, mich auch mehr recht, als schlecht artikulieren zu können und dann DAS?! Von einer unfertigen, dahergelaufenen, frustrierten Referendarin?

Naja, sie war ja nicht lange bei uns.

Dann gab es die der neidischen Sorte. Ich kann nichts dafür, dass ich mit blauen Augen, 166cm „Kürze“ und Püppchengestalt dem berühmten „Kindchenschema“ entspreche. Ich weiß noch nicht einmal, ob das unbedingt immer gut ist. Aber; so manch eine hat das als wunderbaren Aufhänger genutzt, einem nicht die Butter auf dem Brot zu gönnen. Seitenhiebe in Form von „die Meldung übersehe ich einfach, dann kann ich sagen, sie würde sich nicht am Unterricht beteiligen“ oder „alle quatschen, aber nur sie schmeiße ich raus“ oder oder oder….sehr unprofessionell.

Ich spreche keinen Namen aus: aber Frau.XYZ. die Big Macs haben sie sich selbst zugeführt, das war nicht mein Verschulden. Gerne kann ich Ihnen ein paar Tipps in Punkto „Gesunde Ernährung“ geben.

Es gab die Choleriker, die sich Ausrufe wie „ihr seid alles Teflonpfannen, jegliche Informationen perlen einfach an Euch ab“ oder „von Euch schafft doch eh keine das Abitur“ waren da an der Tagesordnung. Finde ich sehr motivierend.

Ohhh…die Korinthenkacker mochte ich besonders gerne…“so so…bei Ihnen wurde eingebrochen?…deshalb die Hausaufgaben nicht…ach sie haben sogar einen schriftlichen Nachweis der Polizei dabei?…die ganze Nacht lang nicht geschlafen…im Hotel übernachtet…Angst…Tja…keine Hausaufgaben bedeutet SECHS, das kann ich nun echt nicht ändern -> Hier, eine Kopie der Schulordnung“.

Oder die, die ihrem eigenen Wort keinen Glauben schenken. „Herr XYZ, ich habe sie soeben anhand meiner Mitschriften der letzten Stunde wortwörtlich Zitiert und sie sagen, diese Aussage sei inkorrekt?“ – „Dann sind wohl ihre Aufzeichnungen fehlerhaft Frau Seidensticker“.

Ohhhhhhhh…ganz toll sind auch die Heulsusen. „Kinder, ich lege nun meine Energiegeladenen Kieselsteine auf den Tisch, die schützen mich vor Eurem schlechten Karma“ – „HAHAHAHAHAHAHA“ – *Bricht in Tränen aus und rennt raus*…

Die Dikatoren fand ich lustig. Die konnte ich einfach nicht ernst nehmen. Dann wurden sie wütend. Fand ich dann noch lustiger. Mit betont freundlicher und betont gewählter Sprache konnte man sie auch gut besänftigen. Harte Schale, weicher Kern. Einfach ein Tyrann. Vermutlich einer, der es nicht in die Bundeswehr geschafft hat. Der Tyrann beherrscht auch prima Disziplinen wie: Schlüsselbund werfen, den Tisch mit der Faust nahezu in Zwei Teile schlagen und Rekordbrüllen.

Gefundenes Fressen: Der Schwache! Der Schwache hat es echt schwer im Schulalltag- denn er wird eigentlich von niemandem ernst genommen. In der Klasse herrscht keine Ruhe, wenn er den Raum betritt, und auch die Lehrerkollegen sehen ihn eher als Weichei. Ein täglicher Kampf. Die Schwachen taten mir meistens Leid. Als altes Schlitzohr, habe ich Ihnen immer eine extra Portion Freundlichkeit aufgetischt und wurde meistens mit guten Noten ohne viel Arbeit belohnt. Doch Achtung! Die Schwachen Rächen sich auf Ihre Weise…mit extra viel Hausarbeit, Klassenbucheinträgen usw.

Eine lustige Zusammenfassung aller Lehrtypen findet ihr auch hier (ich könnte es nicht besser ausdrucken, aber hey, ich beherrsche ja lediglich ein Asylantendeutsch!) http://www.sueddeutsche.de/bildung/schulalltag-die-nervigsten-lehrer-typen-1.1471209-6

Sinn und Zweck dieses Eintrages? Erinnerungen festhalten. Und allen Schülern und Ex-Schülern zu signalisieren: YOU ARE NOT ALONE!

Ich widme mich nun weiterhin den notwendigen Aktivitäten des nächst höheren Bildungsweges: Rechnungswesen und Finanzierung. Steht auf meinem eigens konzipierten Lehrplan. Dahinter die Bemerkung *kotz!*.

Euch einen schonen Freitag! Party hard!

 

Love hugs and kisses

 

Linda

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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