Itsy bitsy neon.

Menschen machen Mode….oder andersrum?

Guten Morgen ihr Lieben,

 

Eines meiner Lieblingszitate: Die Berühmtheit mancher Menschen steht im direkten Zusammenhang mit der Blödheit ihrer Bewunderer.

Das lässt sich auch ganz wunderbar auf das Thema Mode übertragen.

Messezeit in Düsseldorf. Zugegeben, im Vergleich zu Berlin und co. ist das hier noch alles gesittet. Dennoch bietet der ganze Zirkus für das Auge des Betrachters einen wunderbares Farbspektakel aus sich beißenden Grüntönen gepaart mit Strass und Nieten a-la- Phillip Plein und einem Hauch Leo-Muster. In ist auch, wer die Sonnenbrille im Club trägt. Naja, eher den Pornobalken, denn Sonnenbrillen sind heute so groß wie ein Toaster.

Und sollte das arme geschundene Auge dann doch einmal auf den Genuss eines gekonnt gestylten Outfits treffen, so drängt sich gleich die nächste Rihanna 2.2.2.0. mit Cameltoe American Appareal Leggings ins Sichtfeld.

Augenschmaus? Ne…dann doch lieber ab nach New York.

Tobt Euch mit den Farben aus, beachtet jedoch ein paar Regeln. Mutet dem fremden Auge nicht zu viel zu. Denn auch in der Mode gilt: Manchmal ist weniger einfach mehr.

Ich finde Individualisten super. „Edgy“-sein ist gut. Wer will schon einen XXL Topf voll Einheitsbrei?

Außerdem finde ich es toll, wenn sich jemand die Mühe macht, sich wirklich herauszuputzen, wenn man ausgeht. Denn die meisten verfallen doch in den Print-Shirt zu Chucks Look. Dazu die Jeans ein bisschen Baggy. Süß – an Justin Bieber. Und auch dem wächst langsam das eine oder andere Haar über der Oberlippe. Männer, die sich in Schale geworfen haben können doch sehr sexy sein. Nein, ich erwarte keinen Smoking. Hemd zur Jeans, coole Turnschuhe drauf. Passt :) Es macht sich nur so selten jemand die Mühe mehr als 3 Minuten an sein Outfit zu denken. Düsseldorf ist eine Modestadt. Bleibt doch dem Image ein wenig treu. Ihr dürft dennoch Nike-Airs tragen und zu Deep-House Tönen tanzen. Ich tanze mit!

Betrachtet man das enorme Angebot an angeblichen it-Pieces deren Halbwertzeit bereits wenige Woche nach Saisonstart angebrochen ist, so stellt sich doch die Frage: „Was ist eigentlich Mode?“

Für manche ist Mode wohl einfach das, was die Designer vorschreiben.

Mode wechselt ständig. Mode ist die Macht, einem das Gefallen an Dingen einzureden, die man vorher grässlich fand. Die Dinge haben uns gestern noch nicht gefallen und morgen werden sie uns nicht mehr gefallen. In zehn, vielleicht 15 Jahren gefallen uns die Dinge wieder. Revival nennt man das dann. Glück gehabt, wer seine Schätze so lange gebunkert hat. Denn dann sind sie auch noch „vintage“ und alte Sachen werden wieder teuer.

Die Macht der Mode ist nicht zu unterschätzen. Sie steuert das Konsumverhalten bestimmter Gruppen von Menschen, die sich dazu entscheiden, ihr modisches Ideal zu verfolgen. Sie beeinflusst sogar  für einen bestimmten Zeitraum lang ihre Art zu denken.

Moden sind im ständigen Wandel. Sie werden durch neue Moden ersetzt. Diese neuen Moden bringen wiederum neue Einstellungen und Verhaltensweisen mit sich. Man entwickelt andauernd ein neues Ideal, an dem man nicht nur sich selbst, sondern auch die Gesellschaft misst.

Im Prinzip ist Mode ein Deckwort für tausend und abertausend Widersprüche. Heute geliebt, morgen gehasst, heute gelebt, morgen verbannt, im Idealfall: heute getragen, morgen von allen geliebt.

Die Mode bietet ein Schutzschild. Wer weiß schon, was hinter XXL-Hüten, Pelzen und Sonnenbrillen steckt? Ich muss zugeben, dass mein Outfit meine Stimmung beeinflussen kann. Stolz führe ich ein neues gut sitzendes Kleid aus. Stolz trage ich meine neue Handtasche spazieren. Im richtigen Verhältnis verstärkt die getragene Mode den Ausdruck des eigenen Charakters und unterstreicht dezent die eigene Außenwirkung.

Geht der Schuss nach hinten los, so weiß das empfindliche Auge des Betrachters jedoch nicht mehr, wohin es zuerst schauen soll. Ein auffallend schlechter Geschmack bewirkt leider den Rückschluss auf einen ebenfalls eigenartigen Charakters des Modesünders. Wir sind also schon so konditioniert, dass dieserlei Rückschlüsse automatisch ablaufen.

Mode ist ein Faktor der dazu beisteuert, ob sich Menschen auf den ersten Blick sympathisch sind, oder nicht.

Ist es denn nicht schon fast gruselig, wie einflussreich die großen Modemacher dieser Welt sind? Sie entscheiden über „Recht“ und „Schlecht“. Und ganze Menschenmassen eifern Ihrem Vorbild so gut es geht nach.

Während „Bekleidung“ eine Notwendigkeit ist, ist Mode eine Spielerei. Eine Ausdrucksweise, eine Selbstinszenierung…eine Leidenschaft.

Ich könnte ohne die Mode nicht Leben.

Mode ist natürlich nicht nur in der Bekleidungsindustrie relevant. Mode findet man in jedem Bereich unseres Alltags. Es ist das Grundbedürfnis eines Menschen nach Beachtung, nach Dazugehörigkeit, die Menschen wollen sich selbst und den anderen gefallen. Sie wollen einen Eindruck hinterlassen.

Die Massenmedien fördern die Verbreitung von Moden. Stars…“Vorbilder“…tragen sie, das „Mainstream“ Volk eifert nach. Trendsetter erfinden sich spätestens dann schon wieder neu. Denn sie teilen ihn in der Regeln nicht: Den Wunsch nach Konformität.

Lebt Euch also aus. Zeigt Euch so, wie Ihr Euch zeigen wollt. Bleibt Euch treu.

Vergesst nie, dass Kurze Beine keine knielangen Strickpullis und Cellulite keine Miniröcke vertragen. Bauchfrei legt WIRKLICH den Bauch frei und Jeans sind nicht cool, nur weil mehr Nähte und Applikationen, als Denim auf Ihnen verewigt sind.

Aber wer ist schon klein Linda…am Ende bin ich doch auch nur eines der vielen Opfer der allmächtigen Mode.

Ich liebe sie. Ich lebe sie. Ich will sie irgendwann beeinflussen. Wäre ich theatralisch würde ich behaupten, sie sei in meinem Blut.

Meine Sonntagsmode zum Nachahmen:

Man nehme eine XXL-Victorias Secret Jogginghose, dazu ein T-Shirt, dass man seinem Bruder geklaut hat. Paart das dann mit einem Vintage GAP-Pulli und Lila-Pink geringelten Flauschsocken aus dem 1€-Laden. Und ein Dutt ganz oben auf den Kopf. -No Photos PLEASE!

Heute Abend geht der Zirkus weiter. Mein Outfit steht. Ich werde berichten.

Love hugs and kisses.

Linni

 

 

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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