Mein Freund der Drecksack.

Happy Sunday Ihr Lieben.

Für mich ist es ein guter Sonntag. Nach Omas Frühstück kann ohnehin nicht mehr viel schief gehen. Es war das krönende i-Tüpfelchen zu einem sehr perfektem Wochenende. Freitag wurde die Hütte gerockt, Samstag wurde am Rhein gelaufen, dann ein Dinner im Kreise meiner Liebsten, Weinchen auf der Terrasse (ja … INKLUSIVE Heizstrahlern) und nun liege ich mit Lola auf dem Rasen und sammle Ideen . Ich glaube es nicht, dass mir gerade tatsächlich ein Marienkäfer über die nackten Füße krabbelt. Okay … weg damit. Hab mir ‚was gewünscht und nun fliegt er hoooooooch!

Ich hatte heute wirklich mal die Ruhe, mich durch ein paar Illustrierte zu Blättern und ein wenig in den Promi-Nachrichten der letzten Monate zu stöbern. Dabei ist mir vor Allem eins aufgefallen. Good Girls stehen auf – pardon – Drecksäcke. Prinzessinen werden zu Rockerbräuten. First Daughters stehen auf Volltätowierte und Rockstars. Meistens sehen diese leider auch unfassbar gut aus. Sie haben eine unverschämte Ausstrahlung, die die Knie der Damen weich macht und den Verstand zum gänzlichen Ausfall bringt. Rihanna’s „Good Girls Gone Bad“ wird mir immer verständlicher.

Aber was ist es denn genau, dass uns immerzu in Versuchung lockt? Man weiß ganz genau, dass man sich die Finger verbrennt und doch kann man das Spiel mit dem Feuer nichts lassen. Ob ich aus Erfahrung spreche? Das tut hier nichts zu Sache. Denn ich weiß doch, dass das heimliche Verlangen in jede lebenslustigen Frau da draußen steckt.

Ich liebe es zu beobachten. Menschen. Situationen. Erst kürzlich wurde mir wieder gesagt, dass es auffallend sei, wie intensiv ich mein Umfeld wahrnehmen würde. Keine Sorge, das heißt nicht, dass ich damit auch gleichzeitig die Dinge, die in mein Sichtfeld geraten,bewerte. Es bedeutet lediglich, dass mir selten etwas entgeht 😉 Begegne ich einer Situation häufiger, dann fange ich auch an, mir Gedanken darüber zu machen. In London habe ich genau das so oft beobachten können. Cuckoo Club, circa 00.25 Uhr. Ein kleines perfekt gestriegeltes Barbie Blondinchen läuft an mir vorbei. Ich schaue sie gerne an, sie macht einen ordentlichen gepflegten Eindruck. Ich mag ihr schön sitzendes, hochgeschlossenes Seidenkleid. Die Schuhe sind mir einen Hauch zu spießig, passen aber zu ihr.  Ich schaue ihr hinterher und sehe, wie sie einem durchtrainierten, dennoch etwas zu dünnem, sichtlich gut betuchtem Rockstartypen in die Arme fällt. Er: Fluppe im Mundwinkel (trotz des Rauchverbots, aber hey…GANGSTER), Balmain Jeans an, perfekt abgenutzte Chucks, BLCKDNM Lederjacke, Tattoo am Unterarm, riesen Entourage – Ganz klar, ein Drecksack.

Bad Lindsay

Um ehrlich zu sein, ist er auch mir bereits früher aufgefallen. Ich muss auch zugeben, dass es mich störte, sie nun an seiner Seite zu sehen. Die Jungs in unserer Runde waren … brav. Aber er … er war  anziehend, aber auch abstoßend. Zugleich. Er war sich seiner Wirkung zu tausend Prozent bewusst. Das machte ihn ja noch attraktiver. Geschätzt 60% der Frauen im Raum schauten in seine Richtung. Vermutlich stellten sie sich alle vor, ebenso verrucht und sexy aussehend an seiner Seite zu stehen. Bad girls.

Zu späterer Stunde wurde die Stimmung natürlich lockerer. Das Territorialverhalten ebbte ab, die Menschen mischten sich und verteidigten nicht mehr strikt die Position an ihren Tischen. Ich rückte näher, wollte mir das alles genauer anschauen. Barbie ist seine Freundin, ganz klar. Doch nach längerem Hinsehen, bin ich auch gar nicht mehr eifersüchtig. Sie schaut krampfhaft in seine Richtung und versucht aus seinen bekifften Augen abzulesen, was sich der Pacha denn gerade wünsche. Wie ein kleines Fähnchen im Wind, bemühte sie sich, genauo locker und cool zu wirken, wie ihr dunkler Prinz. Das ist für eine Weile Okay. Für die Außenwirkung. Aber niemand kann mir erzählen, dass die beiden außerhalb des Schlafzimmers auf einer Wellenlänge sind. Dazu kann ich nur zitieren, was mir ebenfalls in London sehr oft zu hören gekommen ist: YOLO. Go for it Barbie.

Lola and Linda

Jedes Mädchen träumt von Mr. Perfect. Doch wie perfekt darf er denn sein, dass er nicht in die Schublade „Softie“ rutscht? Ein Mann braucht eine Attitüde. Er muss auch mal sagen wo’s lang geht. Natürlich sind Tugenden, wie Einfühlsamkeit, Humor, Charme, und Co. an höchster Stelle … aber … der Schalk darf nicht ganz vom Nacken fallen. Und es wäre absolut super, wenn er mit seinem Intellekt bestechen könnte. Es gibt nichts langweiligeres, als ein Gespräch auf dem Niveau einer Schulhofsunterhaltung.

Ladies, es ist allerdings wichtig, dass ihr einen Prinzen auch erkennt, wenn er vor Euch steht. Der braucht keine zerrissenen Hosen.  Manchmal ist er getarnt. Vielleicht im Schwiermutters-Liebling-Look. Schon mal daran gedacht, dass er vielleicht gerade seiner Großeltern besucht hat und diese einen solchen Auftritt voraussetzen? 😉

Es muss furchtbar sein, versuchen zu müssen, das weibliche Geschlecht zu verstehen. Chapeau vor jedem, der sich heranwagt. Ich zitiere an dieser Stelle sehr gerne meinen Vater : „Mäuschen, niemand hat dir versprochen, dass es einfach werden würde.“ Schenkt einer Damen Blumen. Das hilft!

Blumen für Oma

Lola und ich träumen noch bis 20.15 Uhr auf unserer Wiese weiter. Danach haben wir ein Date.

In dem Sinne – viel Glück Euch allen! HAPPY SUNDAY. Happy Tatort.

Love, hugs, and kisses

Linni

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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