Archiv für 28. August 2013

Mein Leben aus dem Koffer

„Linda, du bist zu viel unterwegs!“ – ich bin selbst erstaunt, wie oft ich diesen Satz in den letzten Monaten gehört habe. Mir ist es gar nicht so sehr aufgefallen, aber es stimmt. Ich bin wirklich (sehr) viel unterwegs. Das Reisen ist aber auch so schön! Vor allem natürlich dann, wenn ein tolles Reiseziel bevor steht.

Eine Sache gibt es jedoch, die ich bis heute nicht beherrsche: Das Kofferpacken. Beim Fliegen baumelt grundsätzlich das orangene kleine Schildchen mit der Aufschrift „Heavy“ an meinen mit einem extra mit einem Kofferband gesicherten ultraleichten Rimowakoffer (ultraleicht muss der Koffer sein, damit ich ihn maximal mit Inhalt füllen kann. Aber den würde ich niemandem empfehlen , das ist jedoch eine andere Story). Ich suche mir auch bewusst ein männliches Bodenpersonal am Schalter aus, damit ich hoffentlich mit meinem Augenaufschlag den Blick von der Waage lenken kann. Inzwischen bin ich Profi im naiven kleinen Mädchengrinsen. „Ach was – so schwer? Oh, das wusste ich natürlich nicht … Aber sie machen doch bestimmt in diesem Falle eine ganz heimliche Ausnahme?“ – Darauf folgt dann Zwinkern, bis ich Kopfschmerzen habe. Die Masche zieht. Meistens.

Schlimmer noch: Eine Autoreise, denn ich packe so viel ein, bis der Kofferraum voll ist. Egal ob Mini Cooper oder im Geländewagen. Wenn es noch reinpasst, nehme ich es mit.

Stuffed car

Aber warum kriege ich das denn nicht hin?! Ich weiß ganz genau, dass ich 14 Urlaubstage nicht mit 28 Outfits füllen kann. Und meistens trage ich dann wirklich nur 5 plus den Dingen, die ich vor Ort ergattern werde. Dennoch, ich schaffe es nicht. Ich gehe mal mit euch durch, was wirklich wichtig ist und den Weg in den Koffer finden muss:

Da wären dann (ich packe eine … Sommertasche. Sonst wird die Liste zu lang):

Ich packe meinen Koffer und nehme mit...

Mehr als diese Dinge habe ich auch in 5 wöchiger Abwesenheit nicht gebraucht. Das darf mein Vater natürlich nie erfahren, denn der lacht mich jedes Mal auf’s neue aus! Aber Papa will mir die Lüge „ich hab aber wirklich ALLES angezogen!!!“ (ja hier wieder ZWINKER ZWINKER ZWINKER) natürlich glauben und sagt nichts mehr dazu.  Wenn man länger als zwei Wochen weg ist, stehen die Chancen ohnehin sehr gut, dass man in Kontakt mit einer Waschmaschine kommt und die Lieblingsteile somit wieder in aller Frische tragen kann.

Wenn ich dann mal wieder am Flughafen ankomme, mit meiner Kofferbombe im Schlepptau (plus 15kg schwerem Handgepäck, aber psssst…) schaue ich meinen Bruder mit einem neidenden Blick an. In seiner Hand, eine leichte Nylontasche. 5 Shirts, zwei Shorts, Flipflops (Turnschuhe hat er an), 5 Unterhosen und eine Badeshorts. Zahnbürste und Rasierer. Fertig. Also behaupte ich einfach frech: Frauen können nicht packen, das liegt gar nicht an mir! Oder so… Kann mir jemand bitte diesen Koffer besorgen!?

Huge Suitcase

Inzwischen ist es aber auch soweit, dass sich meine Reisebegleitung darauf verlässt, dass „Linda eh alles dabei hat“ .Wenn das dann mal nicht der Fälle wäre, dann würde es auf einmal keinen Strom mehr für die Macbooks geben. Oder man müsste Zahnpasta vor Ort kaufen. Die schmeckt dann anders und hat auch nicht diese tollen kleinen Mikrogranulatperlen, die die Zähne so schön strahlend lassen. Und wenn die Sonne mal ganz doof steht … dann geht es nicht ohne polarisierte Gläser. Punkt.

Nur zu gerne würde ich hier eine Anleitung für das perfekte Packen eines Urlaubskoffers schreiben. Aber ich kann es nicht. Schaut mal bei Google nach. Da wird euch wohl geholfen. Ich habe nun meine Liste erstellt. Drucke sie blau auf weiß aus. Dann landet sie in der Schublade und das Chaos geht von vorne los. Meine Mutter nennt es „einen liebenswerten Dachschaden“. Mein Bruder schimpft, ist dann aber doch ganz der Gentleman und trägt meine Bomben über sämtliche Flughäfen und Bahnhöfe. Mein Vater „hat Rücken“ (ja sicher…) und lässt den Jungen machen. Der Hund tippelt hinterher (oder springt in den Koffer) und Linda kommt mit Gepäck, dass 5 mal so schwer ist, wie ihr Körpergewicht, ans Ziel. Ende gut – alles gut.

Wen es interessiert … ich denke DAS hier spiegelt wohl eher die Realität dar:

Reality

 

Auf der Reise.

Wenn man eine Reise machen tut … Oder so ähnlich. Es gibt viele Möglichkeiten, um von A nach B zu kommen. Manche mehr, manche weniger sicher. Manche sind pünktlich und berechenbar, manche geben es nur vor. In letzter Zeit war ich ein paar Mal häufiger auf den Service der Deutschen Bahn angewiesen.

Am liebsten Fliege ich. Mit AirBerlin. Überall hin. Da das jedoch manchmal nicht geht, setzte ich mich in die Bahn. Ich fahre nur manchmal gerne mit der Bahn. Zum Beispiel wenn ich eine Klausur schreibe und mir während der Fahrt nochmals das Material anschauen kann. Oder wenn ich nach einem anstrengenden Tag nach Hause fahre und während der Fahrt ein Nickerchen machen kann. Ansonsten nervt mich die Bahn. Sie ist grundsätzlich nicht pünktlich (ob’s an mir liegt … I don’t know). Sie ist Teuer (Ich fahre eigentlich nie unter 100€ hin und zurück) und sie setzt mich unter Druck. Ich hasse fest vorgegebene Abfahrtzeiten. Mit meinem Auto bin ich doch so viel flexibler. Fairerweise muss ich zugeben, dass Bahnfahren, wenn alles reibungslos verläuft, auch sehr entspannt sein kann. Aber das ist Autofahren mit einer Staufreiheitsgarantie auch – Vor allem, weil ich hier mein eigener Herr bin.

Leichtes Gepäck

Für meine übeteuerte Fahrkarte kann ich eine teure Platzreservierung durchführen. An diesem Platz kann ich dann einen Kaffee für 4 Euro trinken, der natürlich aus einem Instant-Pulver angerührt wurde und ein paar M&M’s für 200% des Normalpreises naschen. Das wird mir dann vom Frustrierten Boardpersonal serviert, dabei kippt der halbe Kaffe in der ersten Kurve auf den Unterteller. Der Schaffner schaut mich an, als sei ich ein Verbrecher, studiert 10 Minuten lang mein E-Ticket, nickt dann mürrisch und geht weiter. Nach 25 Minuten kommt der nächste Schaffner, das spiel geht von vorne los. Der Kunde ist König, aber das ist kein Königreich. Ich habe immer das Glück, sehr nervigen Passagieren  im Wagon zu begegnen. Der eine grunzt beim Nickerchen, der andere riecht über oder hat eine Schuppenflechte. Die eine schreit ins Telefon, die andere kommt mit ihrem 5-jährigen Lausebuben nicht zurecht, der nun zum 3. Mal meinen Koffer umrennt (der NICHT im Weg steht). Das alles würde mir normalerweise tierisch auf die Nerven gehen, wenn ich nicht für mich entschieden hätte, dass ich fortan solche Kleinigkeiten einfach ausblende. Sprich: Kopfhörer auf die Ohren (Ich habe so coole Teile, die Außengeräusche ausblenden. Manchmal habe ich sie einfach auf, ohne Musik, nur um Ruhe zu haben. Definitiv eine sehr kluge Investition.) und die Ruhe genießen. Oder die Musik. Oder ein Hörbuch/spiel. die Zeit wird dann schneller vergehen 🙂

Foto 3

Kommen wir zur Basisstation einer jeden Bahnfahrt: Dem Bahnhof. Ein Bahnhof ist, ähnlich wie ein Flughafen, ein Ort, an dem man in tausend unterschiedliche Gesichter schauen kann. Ein Flughafen ist mit Sicherheit noch ein stückweit internationaler, die Menschen sind noch bunter gemischt. Aber an einem Bahnhof gibt es dennoch sehr viel zu beobachten. Da ich leider in aller ostwestfälischen Manier stets ein wenig zu früh ankomme, sitze ich oft noch in einem Cafe und gucke mir die Leute an. So viele verschiedene Emotionen! Manche freuen sich, da sie ihren Schatz endlich nach einer Reise wieder in die Arme nehmen dürfen. Manche hetzten zum richtigen Gleis, da sie mal wieder verschlafen haben. Andere ärgern sich über eine erneute Verspätung ihres Zuges. Die einen haben 10 Koffer dabei und wissen nicht, wie sie alle oben ans Gleis bekommen, ohne dass unten einer geklaut wird. Die anderen haben die Ruhe weg und schluffen gemütlich vom Eingang zu Gleis 14.  Und ich kann sie alle sehen 🙂 Ein Kino namens Leben!

Meine Einstellung zu einer Bahnfahrt hängt vor Allem davon ab, was mich am anderen Ende erwartet. Ist es eine Prüfung, so habe ich keine Lust mich in den Zug zu setzen. Ist es eine geliebte Person, so kann ich gar nicht früh genug am Gleis stehen. Hab ich Kopfweh … Ne … Dann bin ich echt ungemütlich.

Foto 4

Fazit: Wie so oft im Leben ist es eine Frage der Einstellung. Man kann sich alles groß oder klein reden. Sich in Situationen hineinsteigern oder sie einfach nehmen, wie sie kommen. Eine Bahnfahrt, die ist lustig, eine Bahnfahrt, die ist … Ja, wie ist sie denn nun?

Heute fahre ich nirgends hin. Ich muss Kraft tanken. Es kommen tolle Wochen, ich brauche Energie!! Kommt alle gut an! Wo auch immer es gerade hingeht. Apropos Energie … Soulfood liegt gerade auf einem kleinen Tellerchen neben mir bereit. Ich kommt nicht drauf: Spekulatius , Gewürzspekulatius. Im August. Irgendwer in der Industrie hat Fieber. Die spinnen doch. Aber gewaltig. Und ich bin auch noch so doof, sie zu kaufne! Naja, lecker sind sie ja! Die kommen definitiv in die Provianttasche für die nächste Reise. Egal ob im Flieger, mit der Bahn oder per Pedes.Spekulatius

 

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

Date?

August 2013
M D M D F S S
« Jul   Sep »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
262728293031