Das Ding mit der Eitelkeit.

Die gute alte Eitelkeit – Des Menschen ständiger Begleiter und manchmal größter Feind. In der christlichen Theorie ist die Eitelkeit eine Hauptsünde, denn die Eitelkeit lenke wohl von Gott ab. Ich finde Eitelkeit keinesfalls sündig, sondern nur menschlich. Wir alle sind eitel. Das muss nicht immer im Bezug auf unser Äußeres sein, ganz im Gegenteil. Das kann zum Beispiel auch auf Fähigkeiten bezogen sein, die man besitzt. Kann man Klavier spielen, so wollen die Leute einen spielen hören. Ich würde nicht spielen, wenn ich nicht wüsste, dass ich meinem Publikum etwas zeigen könnte, dass ich mit meinen Ansprüchen an mich selbst vereinbaren kann. Leider kommt es dennoch oft dazu, dass ich dann nicht zeige, was ich kann. Die Eitelkeit steht mir im Weg. Aber muss man immer unter Druck gesetzt werden, um seine Eitelkeit abzulegen? Ist man im „Überraschungszustand“ ehrlicher, als im Normalfall, auf den man sich vorbereiten kann? Der berühmte Sprung ins kalte Wasser … Vor allem, wenn es die Musik geht, ist er oft das einzige Mittel, das mich dazu bringt, einfach zu singen. Besser noch, wenn man jemanden hat, der das Problem verstanden hat und einen immer wieder ins Wasser schubst. Danke dafür :* Hört mal auf den Text:

Man kann im Leben nicht perfekt sein. Leider streben wir (also ich in jedem Falle…) danach so nah an „perfekt“ heran zu kommen, wie nur irgendwie möglich. Das setzt mich manchmal so unter Druck, dass ich es im selben Moment wieder verfluche. Ein ewiger Teufelskreis? Es gibt jedoch auch Momente, in denen jede Eitelkeit von selbst verfliegt:

In der Not lassen wir sämtliche Eitelkeit fallen. Ob bewusst, oder unbewusst, wir haben ja keine andere Wahl. Wenn euch der Löwe jagt, dann schaut ihr nicht vorher in den Taschenspiegel, um sicherzustellen, dass die Frisur für einen Sprint gewappnet ist, auch auf euren Laufstil achtet ihr nicht – ihr rennt.

Allisvanity

Aber widmen wir uns doch den alltäglicheren und wesentlich weniger radikalen Erlebnissen. Aus Not können wir „spontane Ereignisse“ machen. Heute Morgen um 9.10 Uhr (an einem Samstag … Really?!?!)  klingelt’s an der Tür … Paketpost! Ich renne aus der Küche zur Haustür, lege mich in der Kurve fast längs und drücke auf den Buzzer. Der Brieftäger kommt, sieht mich, verkneift sich ein Lachen, überreicht mir die Post und geht. „Was will der denn?!“ – Blödmann, denke ich mir und haue die Tür zu. Dann schlendere ich gemütlich wieder ins Badezimmer, schaue in den Spiegel – und fange lauthals an zu lachen. Wie eine schlimme Krankheit, mehr oder weniger gleichmäßig verteilt, ist mein Gesicht von Penatencremetupfern übersäht, die ich etwas übereifrig und schon schlaftrunken vor dem zu Bett gehen in meinem Gesicht verteilt habe. Abgeschminkt habe ich meine Wimpern nicht und somit ist das Gesamtbild perfekt: Hautkranker Zombie mit kurzem Jogginghöschen und Stoppersocken an den Füßen.

Was lernen wir daraus? Ein Blick in den Spiegel wirkt manchmal wunder. Zum Glück habe ich gelernt, über mich selbst zu lachen. Dennoch brauche ich nun erstmal einen Kaffee.

Spieglein Spieglein

Ich frage mich nun zwei Dinge: Sind wir ehrlicher, wenn wir, unter Druck gesetzt, die Eitelkeit ablegen bzw. sind wir dann in der Lage, die Dinge im richtigen Verhältnis zu priorisieren ( Der Look ist nicht wichtig, die Post aber schon!).

Und sind wir besonders Eitel, wenn es um Dinge geht, in denen wir entweder besonders gut sind und auch demnach besonders gute Leistungen erbringen wollen, oder aber in Situationen in denen wir uns nicht wohl fühlen und unsicher sind, die Eitelkeit also als Schutzschild benutzen und evtl. von anderen nicht so geglückten Umständen ablenken wollen?

You look fine

Mein Rat: Sich selbst nicht zu ernst nehmen, ruhig auch mal eitel sein, sich aber auch im Jogginganzug wohl fühlen. Manchmal kann man die Dinge nicht ändern . Sie kommen, wie sie kommen. Ob im Abendkleid, oder im Hoodie!

 

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Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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