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Die Blogger Krankheit

Folgendes Szenario: Januar. Ein grauer Tag in Zürich. Es ist kalt und ich habe endlich einen Grund meinen neuen Strickpullover zur beißgeliebten Lederhose anzuziehen. Ich schaue in den Spiegel und liebe den Look. Danke Santa! „Ein guter Look, um ihn zu posten“, entscheide ich und bitte meine Mutter mit einer anständigen Kamera ein paar Fotos von mir zu machen. Denn das achthundertste #selfie (ja, ich rede nun auch schon in Hashtags) geht nicht nur mir selbst auf die Nerven. Bald ist die Rückseite meines Handys vielleicht berühmt …

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Also: Wir suchen uns eine schöne Location und Mama hält die Kamera auf. Ich pose – versuche es zumindest – doch nach wenigen Sekunden bricht Mama ab und fragt mich: „Hast du einen Pickel am Kinn oder warum guckst du nur auf den Boden?“ – „Lass mich, bitte mach einfach ein Foto“. Ich verändere meine Pose. Mama wieder „Hast du dir einen Wirbel ausgerenkt, oder warum kippst du deinen Kopf um 180° zur Seit?“ – Nun bin ich sauer. Es entsteht kein weiteres Foto.

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Später, wir sind längst wieder Freunde, schiebe ich die Speicherkarte in den SD Reader meines Laptops. Dann muss ich lachen. Sie hatte Recht. Damals wie heute gilt: Mama hat immer recht. Mütter müssen Recht haben, das steht in ihrer Berufsbeschreibung. Wir gehen nochmals vor die Tür, zur selben Location. Ich schaue in die Kamera und lache. Mit Zähnen. Auf jedem Bild.

Ich weiß sehr  wohl, dass Fashionblogger nicht jedermanns Sache sind. Seit einiger Zeit nun gehöre ich zur dieser Sippe, die laut einiger Mottoshirts angeblich einen ganz besonderen Platz in der Hölle hätte. Naja, immerhin ist er „ganz besonders“. Mir macht es Spaß, ich höre nicht auf damit. Egal wer dagegen oder dafür spricht. Eines werde ich jedoch aufhören – Meine Bilder durch komische Kopfhaltungen zu versauen.

Den Rat kann ich auch nur an meine Kollegen weitergeben: Wenn jemand schon so lieb ist und zum wiederholten Mal eine Kamera auf euch hält, um Bilder zu schießen, die dann möglichst umgestellt und zufällig aussehen sollen, dann erweist ihm doch bitte die Ehre und GUCKT IN DIE VERDAMMTE KAMERA. Mit einem eindringlichen Blick, der die Leute fasziniert. Mit einem strahlenden Lächeln, dass die Herzen erwärmt. Oder mit sonst einer Emotion, die ihr gerne ausdrücken möchtet. Aber der Boden ist doch langweilig. Der guckt auch nicht zurück.

Wenn ich schonmal dabei bin: Duckfaces sind ein NO GO. Always have been, always will. Wundert Euch nicht, wenn der nächste Labrador („Der ist eigentlich ganz lieb, er ist ja nur zur Entenjagd Gezüchten worden“) mit gefletschten Zähnen auf euch losrennt.

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Das Mittel gegen diese extrem durchsetzungsfähige Krankheit ist zum Glück sowohl sehr günstig als auch einfach:  In die Linse Schauen, das Gesicht entspannen und das Atmen nicht vergessen.

Fassen wir doch kurz zusammen, was ein Blick auf den Boden alles vermittelt: Unsicherheit. Trauer. Verlorene Kontaktlinsen. Schamgefühl. Demut.  – Mir fällt kaum etwas positives ein. Als Modeblogger muss man vor allem eines gut Verkaufen: Sich selbst in der Mode, mit der man sich identifizieren kann. Schaut man nun auf den Boden, als sei einem das alles gerade tierisch peinlich, so wird ein Leser wohl kaum denken: „Wow, Hammer Outfit – Wenn ich mich das nächste Mal so schämen muss, dann ziehe ich GENAU das auch an!“ oder aber “ Mega Look. Ich finde, man sollte auf jeder Trauerfeier einen kunterbunten Blazer zu Nike Airs tragen“.

Das ist doch blöd. Augenkontakt hingegen steht für „Stärke“, für Selbstbewusstsein, für Überzeugung und Mut. Ich gelobe demnach (ganz mutig) Besserung, will mich an den Vorsatz, nun mit den Verrenkungen aufzuhören, auch wirklich halten. Thanks für reading and keep your head up!

Und noch eines: Mama hat IMMER Recht.

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Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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