Zwischen Bergleuten und Fußballfans: Hello Zürich!

Sooo, Italien, so schnell kann’s gehen. Da hilft kein Jammern und kein Klagen, sondern höchstens ne dicke fette Pizza und ein ordentlicher italienischer Wein. Ein edles Schlückchen Tignanello zum Beispiel … Ich habe mir sagen lassen, dass tief unten im Glas die Lösung einiger Rätsel zu finden ist. Aber ich habe wohl noch nie Tief genug hineingeschaut. Oder so tief, dass mir schwindelig wurde. Egal was ihr tut: Es muss Glückshormone produzieren. Denn die dürften nicht in Massen vorhanden sein. Aber Danke an Uruguay, somit ist DER Angstgegner der deutschen Natio soeben aus dem Wettbewerb ausgeschieden. Saubere, wenn auch etwas bissige Leistung.

Doch ich will euch nicht wieder mit Fußball nerven. Ist ohnehin schon omnipräsent.

Bis vor kurzem war ich noch im schönen Zürich. Im „Guck-Land“ namens „Schweiz“. Guck-Land ist mein Lieblingsbegriff für’s kleine Ländle in den Bergen, meine Oma hat’s eingeführt. Als man früher noch Urlaube an Italiens wunderschönen Küsten verbracht hat, wurde natürlich die Schweiz durchfahren. Vorab gab es stets die Anweisung: „Kinder, nun wird bis wir die Schweiz verlassen haben nur geguckt, wir kaufen hier nichts!“. Bedenkt man, dass Kinder Süßigkeiten lieben und zieht daraufhin in Betracht, dass diese gerne mal 30% mehr, als in Deutschland kosten, so akzeptiert man die Tatsache, dass der liebe Freund und Kupferstecher namens „Karies“ erst an italienischen Stränden mit massig Bomboloni genährt werden darf.

Doch diesen Aspekt mal beiseite gelegt: Ich hatte ein paar ganz tolle Tage, die wie immer, wenn es schön ist viel zu schnell vorübergehen. Mein größter Tribut während dieses Aufenthaltes? Der Frieden zwischen der Schweiz und Deutschland. Zumindest zwei mal 90 Minuten lang.

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Was kann bitte das gute alte Grillen mit Freunden toppen? Der deutsche Sieg sei nur ein i-Punkt!

Anstatt mich zwischen die Fronten zu stellen, habe ich mir beide Trikots zugelegt. Und saß auch brav die missglückten 90 Minuten der Schweizer Blamage und weitere 90 Minuten des deutschen Krimis uniformiert vor Leinwänden und Fernsehern ab. Ersteres habe ich jedoch nach dem Spiel in meiner, in weiser Voraussicht, großen Tasche inklusive Wechselshirt verstaut. Soweit geht die Liebe dann doch nicht.

Beinfreiheit

Outfit Info: Links: Shirt-The Mountain (dann selbst verändert), Shorts – Abercrombie & Fitch, Schuhe – Isabel Markant … Mitte: Hose- Jaded London, Shirt – James Perse, Hemd – Current/Elliott, Schuhe – Casadei, Tasche – Einzelstück … Rechts: Bluse – Topshop, Shorts – A&F, Schuhe – Isabel Marant, Tasche – Gucci

Die sommerlichen Temperaturen wurden dankend ausgekostet und der übergroße Spiegel in der Eingangshalle wurde für Selfies missbraucht. Sorry! Bei der endlich wiedergewonnenen Beinfreiheit konnte ich nicht widerstehen. Sommermode macht doch einfach Spaß.

Ich weiß nicht ob es an dem Großevent liegt, dass alle vier Jahre einen Weltkrieg verhindert, doch auf einmal sind alle Menschen so unglaublich nett. Der Taxifahrer, der mich endlich nicht verarschen will, weil ich kein Schweizerdeutsch spreche, sondern mir stattdessen eine Abkürzung zeigt, die Frau am Supermarkt, die mich auf Hochdeutsch fragt, ob ich eine Super-Card für den Coop habe (Gängiger Supermarkt in der Schweiz), und mich nicht, wie sonst üblich indiskret auf mein nicht vorhandenes Sprachvermögen aufmerksam macht, das Dinner, das endlich nach Wunsch ohne Zwiebeln mit einem breiten Lächeln serviert wird und ein Türsteher, der sich freut, dass trotz des ohnehin prall gefüllten Clubs noch nette Leute mitfeiern wollen.

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Outfit Info: Links: Jacke – Maray Kratanzou, Hose – Joseph, Tasche – Valentino, Schuhe – Isabel Marant, Bluse – Diane von Fürstenberg … Rechts: Pyjama Zweiteiler – A.L.C. , Lederjacke – Rick Owens, Tasche – Saint Laurent, Schuhe – Casadei

Auf der Art Basel trat dann genau der Zustand ein, in den ich bei einem jeden Trip nach London oder New York versetzt werde, sobald ich eines der Kaufhäuser betrete: Komplette Reizüberflutung. Tausend Dinge in Farben, die es eigentlich so gar nicht geben sollte, die Botschaften vermitteln, die eigentlich keinen Sinn machen und doch genau das richtige Aussagen: Kunst kennt keine Regeln und liegt im Auge des Betrachters. Ein kleiner Gecco an einer weißen Wand von Kris Martin, es war liebe auf den ersten Blick. Er hat mich gerufen, ich hab’s leise gehört 😉 Doch einige Witzfiguren auf der Messe erweckten in der Tat den Eindruck, als würden sie die Kunstobjekte in einer Parallelwelt auf sich wirken lassen, in der andere Gesetzte bezüglich des eigenen Körper- und Bekleidungskults herrschen. Aber hey, dafür bin ich ein Fan von „leben und leben lassen“. In meinem Mini Pyjama würden sich manche auch nicht freiwillig aus dem Bett trauen. Ich nenne es Mode, lebe und liebe es und lasse mich nicht beirren.

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Always believe!

Unter dem Kunstwerk mit der besten und versöhnlichsten Botschaft sitze ich stets beim Schweizer Frühstück. Mr. Martin, ich nehme sie beim Wort. Wehe danach ist niemand, der auf mich wartet. Ich finde dich. Auch auf der Metaebene! Vowel’s aren’t spoken to be broken.

Mit diesem schönen Gedanken gehe ich nun in Richtung Schlafzimmer, genieße noch ein paar Minuten des grünen Bildschirms mit 22 kleinen Männchen drauf und wundere mich, ob mein Hund den Hype mitmachen würde, wenn sie denn verstünde worum es geht …

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Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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