Live on stage!

6a71a4ae8de9905f20e07be10346fd97

Darf ich euch ein Geheimnis verraten? – Das Leben, so müsste man meinen, lebt sich am aller besten LIVE und OHNE Zwischenschaltung eines Displays.
 Wie ich darauf komme? Wart ihr in der letzten Zeit, genauer seitdem es Smartphones mit hochauflösenden Kameras gibt, schon einmal auf einem Konzert oder einem Festival?
 Dort kann man einen lustigen Trend beobachten: Man schaut nicht mehr auf die Bühne (uncool) sondern hält sein Handy hoch, filmt und schaut dabei über das Display die Show. Das ist dann prinzipiell eine Do-it-yourself Liveübertragung.

Ob das cool ist? Was ist denn bitte cool daran so viel Geld (Als Vergleichswert: Open Air, Xavier Naidoo – 90€ pro Karte, nach oben offen!) für ein Konzertticket zu bezahlen wenn man den Auftritt dann ohnehin nur in schlechter Auflösung über ein winziges Display mitbekommt, nicht zu tanzen wagt, da sonst das Video verwackeln könnte und sich dann auch noch aufregt, wenn der Vordermann es wagt die Arme in vollster Euphorie in die Höhe zu reißen und somit euren indirekten Direktblick stört?!

Lachen muss ich vor allem dann, wenn am nächsten Morgen dann der ernüchternde Blick auf das heiß begehrte Bildmaterial erfolgt und der Reihe nach wegen “schlechter Qualität” aussortiert wird. Scheiss Event und scheiss Video. Na super.

Zwei drei Fotos, evtl. ein kurzer Mitschnitt und man ist bestens bedient.

Wenn ihr unbedingt ein Video-Andenken haben wollt, dann seit nicht zu geizig für die Konzert-DVD. Dann erlebt ihr eure Stars nochmals zu Hause auf dem Flatscreen.

Ich entwickle mich zunehmend zum echten Konzertfan – so habe ich früher stets große Veranstaltungen gemieden, da man als zierlicher Mensch schnell das Gefühl von Beklemmung verspürt. Und mit meiner Augenhöhe hatte ich zu oft nur einen Direktblick auf die prachtvollen Schultern meines Vordermannes. Noch schlimmer: Auf Achselhöhe. Ich danke Primark, H&M und Co. Für die Schonung unserer Baumwollressourcen, doch der Ersatz ihres Anteils durch Kunstfasern bereichert mein olfaktorisches Erlebnis leider selten. Eher nie. Eher im Gegenteil. Eher ekelhaft.

Da bin ich dann auch gerne die Tussi, denn ein beißender Schweißgeruch ist eines der Duftnoten, die sich noch Tage in meiner Nase festhalten, wenn ich mich an den Abend erinnere. Genauso ist es mit dem Geruch verwesender Tiere im Wald. Doch ich will nicht morbid werden, es ging doch gerade um etwas Wunderschönes! Um die Musik!

Everyone’s a DJ. Jeder hat Garageband oder etwas ähnliches auf seinem PC. Jeder kann ein paar Tasten drücken und Dank diverser Youtube-Tutorials einen Remix seines Lieblingssongs erstellen. Auf die Gefahr hin mich unbeliebt zu machen: Das ist meines Erachtens nach nicht die hohe musikalische Kunst und berührt mich nicht im Ansatz auf so vielen Ebenen, wie ein Liveauftritt mit echten Menschen und ohne Computer.

Die Atmosphäre, wenn alle an den Lippen des Musikers hängen, die Texte leise mitsingen und nach Aufforderung mitgrölen, die Note in der Stimme, der klare, ungefilterte Sound, vielleicht eine spontane Improvisationseinlage und gerne auch mal ein kleine Ton, der leicht off-pitch ist – Das macht das ganze aus. Der Mensch ist ein Mensch, keine Maschine. Nicht bei der Arbeit, nicht im Alltag und schon gar nicht in der Musik.

Geht mal auf ein Konzert, kein DJ-Battle, sondern auf etwas vocal-lastiges. Wenn ihr keine Emotionen empfangt, dann bitte nicht so nah am Kühlschrank schlafen.

Tags:, , , ,

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

Date?

Juli 2014
M D M D F S S
« Jun   Aug »
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  
  • IMG_1620_Fotor

  • cloud

Love