Online oder Non-liner?

Bildschirmfoto 2014-08-29 um 08.14.29

Manchmal gibt es Momente, in denen ich mir nichts sehnlicher wünsche, als in der 70er oder 80er Jahren aufgewachsen zu sein.

Zu den Zeiten, in denen Verabredungen noch verbindlich waren (man konnte nicht 5 Minuten vorher Pseudo-Kopfschmerzen erscheinen lassen), zu denen die Musik nicht aus dem Macbook kam und vor allem zu den Zeiten, in denen man sich auch mal so richtig daneben benehmen durfte, ohne dass es am nächsten Tag X-Fach Beweismaterial davon gibt.

Ich muss schmunzeln, wenn ich mich an eine der letzten wilden Partynächte mit meiner besseren Hälfte zurückerinnere (ich verrate weder WO, noch WANN noch WAS dort gewesen ist). „Gut, dass es gestern keinen Partyfotografen gab“ – so meine Feststellung am Morgen danach. Dachte ich. Denn es dauerte keine zwei Stunden uns schon zierten unsere Gesichter die Startseite des berühmtesten Düsseldorfer Photoportals. Die Bilder waren nicht verwerflich, lediglich die glasigen Augen wiesen auf den natürlich äußerst unüblichen Zustand der letzten Nacht hin.

Vor vor gut zwei Jahren lebte ich ein ganzes Jahr lang ohne Social Media. Doch auch mit dieser Annahme lag ich falsch: Nur, weil ich selbst nicht der Administrator meines eigenen virtuellen Daseins war, hieß das noch lange nicht, dass keine aktuellen Bilder von mir innerhalb der Social Media zu finden waren. So wirklich offline kann man in unserem Jahrhundert anscheinend doch nicht leben. Nicht einmal, wenn man es möchte.

Nun sitze ich mal wieder vor meinem Laptop, habe Safari geöffnet und betrachte die geöffneten Tabs in meiner Funktionsleiste: Facebook, Instagram, Trainex24 und Yahoo!.

Mist – ich bin wieder voll im Thema. Vermutlich tiefer denn je, denn nun hat mich auch noch Tumblr infiziert.

Ich beuge mich meinem Schicksal, nutze die gegebenen Möglichkeiten, um relevante Dinge zu kommunizieren oder schlichtweg, um meine Langweile an Bahnhöfen zu überbrücken. Ich kippe mir auch einen Eimer mit eiskaltem Wasser über den Kopf. Weil das ALLE machen, denke ich. Früher hieß das noch „Gruppenzwang“.  Heute ist es cool. Am Anfang. Nicht mehr dann, wenn es wirklich JEDER macht. Aus ALS wird so schnell ADS. Lustige Welt, in der wir leben …

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Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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