„Tea and Scones“ oder „Croissants et confiture“? London oder Paris?

Pa-Lo

An Tagen, an denen man mit einer leichten Grippe das Sofa verteidigt, zum dritten Mal die „Tribute von Panem“ Filme oder alternativ „Sex And The City“ schaut, während es draußen leise vor sich hin regnet und die fiese Luftfeuchtigkeit die tatsächlichen 9°C wie gefühlte -5°C erscheinen lässt, greift man irgendwann zum Handy und scrollt durch die Bilder der letzten Tage, Wochen, wenn nicht sogar Monate! Danke an Apple für die 128GB Ausführung des neuen iPhones, denn nun muss ich nicht alle paar Wochen wieder massenhaft Bildmaterial vernichten. Bei genau dieser Tätigkeit ist mir aufgefallen, dass ich noch gar nicht über Paris berichtet habe. Wie auch – die letzte Zeit war so schnelllebig, ich hätte kaum ein Zeitfenster dazu finden können.

Da ich nun erst Paris und direkt darauf London erlebt habe, ist an dieser Stelle ein kleiner Direktvergleich doch ganz angebracht, oder?

Das Stadtbild

Eines haben beide Städte gemeinsam: Eine menge eindrucksvoller Gebäude. Wenn man ein Kulturfan ist, sollte man in beiden Städten auf den Geschmack kommen. Wobei ich London vom bloßen empfinden her noch mehr modernen Zeitgeist zusprechen würde, als Paris, wo alles barock und schwer erscheint. Doch das ist „nur“ mein spontanes Bauchgefühl.

Die Menschen … Ninja … Die stereotype Pariser Frau ist immer einen Hauch „verloddelt“ (ein Wort aus Kindheitstages, synonym für „nicht ganz adrett“ oder „leicht ungepflegt“). Ich habe selten so viele Army-Parker zu Ruck-Zuck-Dutts (das sind die, die ich an Tagen, wie diesen oder an Sonntagen auf dem Kopf habe) in schicken Boutiquen gesehen, wie hier. Erinnert mich an Berlin. Auffallend viele hübsche Männer mit vollem dunklen Haar und dieser gewissen „sexy french attitude“. In London hingegen laufen die niemals frierenden Engländerinnen bei Wind und Wetter in (zu) kurzem Rock und dazu cropped Tops durch die City. Ja, viele davon mit ordentlich Wärmedämmung… Die Männer sind entweder alle Spindeldürr und stehen auf Deephouse oder zu spießig für’s Rheinland mit Hemd und V-Neck Pullover. Gemeint sind natürlich in beiden Fällen die 20 – 35 Jährigen. Die Altersgruppe, in die ich auch hineinfalle.

London

Lovely London

Dining

Viele Restaurant(Gruppen), die in London eine Niederlassung haben, sind in Paris auch zu finden. In Paris gibt es das La Cantine, die Pershing Hall oder das L’Arc. In London das Nobu, das Novikov oder eines von vielen Club-Restaurants. Cool, doch von der Grundidee her ähnlich.

In Paris gibt es das Derriere (man isst unter anderem, während man auf einem Bett, anstatt eines Stuhls sitzt) und in London das Sketch (hier gibt es die berühmten Dino-Ei-Toiletten).

Paris lebt durch die vielen kleinen Brasserien, in denen es die typische französische Küche gibt. Das hat dann alles sehr viel Charakter und ist wirklich authentisch. Die britische Küche ist nicht für ihre Delikatessen bekannt, doch in London kann man so multikulturell essen, wie kaum irgendwo anders.

Die Frage der Fragen: „Tea and Scones“ oder „Croissants et confiture“?

Party

Vielleicht kenne ich „nur“ die typischen Locations, doch im direkt Vergleich kann ich nur sagen: Same shit different Name. Sobald ich im Club war, wusste ich nicht mehr, ob ich in Paris, New York, London, Hong Kong oder Zürich war. Die Leuten sprechen allesamt Englisch, die Kellner sind gefühlt auch überall die selben, rotieren nur manchmal von Location zu Location. Ich bin wohl nicht szenig genug unterwegs, um da die großen Unterschiede ausmachen zu können. Fakt ist: Beide Städte sind bestens ausgestattet, wenn es um Clubs geht.

Paris

Paris

Shopping

Mein Spezialgebiet. Leider hat ich auf dieser Paris Tour nicht wirklich viel Zeit zum Shoppen (schließlich war der halbe Samstag dem Fußball gewidmet), doch kenne ich die Stadt genug, um das beurteilen zu können.

Der erste Gang ist stets in Richtung Colette, doch war ich leider enttäuscht. Das „besondere Feeling“ ist weg. Fuck You Internet! Durch die vollumfängliche Erreichbarkeit von ALLEM zu JEDER Zeit, ist der Reiz an vielen Dingen komplett verloren gegangen. Früher war ich stets in einem nahezu fiebrigen Zustand, da die ganzen Eindrücke, die ganzen Besonderheiten so aufregend waren. Heute ist man abgestumpft, übersättigt, und nicht mehr so leicht zu begeistern. Ich weiß nicht, wie oft ich in der letzten Zeit mit einer abwinkenden Handbewegung gesagt habe „A!ch, kein Stress, kannste immer noch online kaufen, wenn du es im Nachhinein doch unbedingt haben möchtest“. Das gilt nicht nur für London und Paris, sondern für nahezu alle international orientierten Städte der Welt.

Ich suche also nach Dingen, die es „nur hier“ gibt. In Paris gibt es viele kleine Boutiquen, die heimische Designer vorstellen. In London bleibe ich meistens in den Kaufhäusern oder den Multibrand-Stores hängen. Vintage ist nicht mein Ding (davon gibts hier ganz viel) und die meisten britischen Jungdesigner auch nicht.

Paris lebt – finde ich – mehr von den Boutiquen, als durch Multibrand-Stores. London hat neben den Kaufhäusern eine gute Mischung aus beidem im Angebot. Punkt für London, finde ich. Ist einfach facettenreicher.

Favorite Spots:

Paris: L’Avenue zum Brunch oder Mittagessen, das Hotel Costes, die Avenue Montaigne, das Le Stresa zum Mafiadinner und doch noch eine Runde ins Colette.

London: Das Momo’s für marokkanischen Minute am Nachmittag, das Novikov vonfür gutes Essen, die Dachterrasse vom Harvey Nichols zum High Tea, das Sanderson für einen Drink an der Bar, die New Bond Street zum Bummeln, das Cecconi’s zum Lunch und People-Watching.

Könnte ich hier leben?

Kurz und knapp:

Paris: NEIN. Liegt vielleicht an der Sprachbarriere (die Franzosen scheinen zu verleumden, dass eine andere Sprache, als Französisch existiert) und haben gerne eine Attitude, die einfach nervt.

London: JA. International, aufregend, offener.


Baseline: Ich finde in diesem Falle eine „Entweder-Oder-Entscheidung“ absolut doof. Ich mag ein wenig von beidem. Paris, wenn ich verliebt bin, London, wenn ich ein Abenteuer suche. Oder doch andersrum? Bitte ab und an beides 😉

Tags:, , , , , , ,

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

Date?

November 2014
M D M D F S S
« Okt   Jun »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
  • IMG_1620_Fotor

  • cloud

Love