Bist du Jeck an Karneval?

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Im Rheinland bahnt sich nun langsam, aber sicher die 5. Jahreszeit an, die sich vor allem dadurch von den anderen unterscheidet, dass sie besonders feucht-fröhlich ist.

Ich bin hier nicht aufgewachsen und doch habe ich den Karneval oft genug mitbekommen. Es fällt mich jedoch schwer mir eine Schwarz-Weiß-Meinung dazu zu bilden, ich hasse es nicht, doch ich liebe es auch nicht.

An sich ist einer guten Party doch nichts entgegenzusetzen, doch oftmals scheitert das ganze an dem kritischen Punkt namens „Niveau“.

Mir reicht es ja schon, dass meine zwei Argumente auf der Wiesn wie Frischfleisch unter den Wölfen begafft werden, nun muss ich beim Karneval nicht auch noch begrapscht werden.

Während man auf dem Oktoberfest nicht verkleidet, sondern in Tracht daherkommt, schlüpft man beim Karneval (oder auch Fasching) in eine andere Rolle. Was weiß ich, wer sich unter dem Schafkostüm versteckt und die kleine Miezekatze könnte unter der Schmink 17, aber auch 27 Jahre alt sein.

Genau das ist doch der springende Punkt: die Menschen trauen sich mehr, da sie ja gerade nicht sich selbst verkörpern.

Das kann im positiven Fall dazu führen, dass die, die sonst vom berühmten „Stock im Allerwertesten“ geplagt sind, endlich mal das Tanzbein schwingen.

Doch viel zu oft geht der Schuss nach hinten los und die Jecken werden nicht witzig, sondern primitiv. Und mit „primitiv“ kann ich nicht umgehen – das macht mich sauer.

Wir sind hier (leider) nicht in Rio, denn da schmeißt man sich in sexy Kleidung und trifft sich zum Tanzen.

Hier herrscht unter den Damen ein klarer Kostümtrend, der sich „Nutte mit Motto“ nennt.

Nuttiges Kätzchen, nuttige Maus, nuttige Krankenschwester oder (ganz hoch im Kurs) böses, nuttiges Engelchen. Im Idealfall trägt man dann schwarze Flügel. Raffiniert!

Wir reden nicht gerne um den heißen Brei herum und ich wurde überredet nun doch an einer Party teilzunehmen. Motto: Nutten und Zuhälter. Gut, gell?

Erschrocken habe ich festgestellt, dass ich jedes Element für mein Outfit in meinem Schrank gefunden habe. Wirklich jedes.

Doch ich leite es mir so her, dass es bei der Mode doch auf die Art und Weise ankommt, wie man die Einzelstücke kombiniert.

Trägt man sie alle zusammen, so kleidet man sich erfolgreich als Bordsteinschwalbe (das hier soll keine Bewertung dieses Berufsbildes sein).

Was an Karneval noch positiv zu betrachten wäre? Ich mag die Krapfen. Auch wenn ich davon nicht viele esse, doch wenn, dann genieße ich sie.

Die Schulen und Büros bleiben geschlossen. Rosenmontag arbeitet niemand im Rheinland.

Gratissüßigkeiten – die gibt es fast überall.

Die schönen bunten Wagen sind zudem ein Augenschmauß. Hier arbeiten die Karnevalsvereine zum Teil das ganze Jahr über an ihren Kreationen, die dann beim berühmten Rosenmontagszug vorgeführt werden. Ich bin sehr gespannt, was die politischen Wagen in diesem Jahr darstellen werden. Merkel als Clown? – Das wäre wohl harmlos.

Wenn ihr jedoch unbedingt feiern wollt, dann hier ein Mini-Guide:

Donnerstag in Düsseldorf, Freitag in Köln, Samstag in Düsseldorf, Sonntag sollt ihr schlafen und Montag kann man den Zug in Köln oder den in Düsseldorf (auch im Fernsehen) bewundern.

Passt auf euch auf, haltet eine Armlänge Abstand und verliert den Anstand nicht!

HELAU!!!! ALAAAAF!!!! Oder was auch immer.

Linda

In Bielefeld geboren, in Hong Kong aufgewachsen und nun in Düsseldorf und Zürich zu Hause. Ich singe für mein Leben gerne, schreibe, weil es der Seele gut tut und möchte vom Leben vor allem eines: Glücklich sein.

A wise person once said to me:

"Never let it be said that to dream is a waste of one's time. For dreams are our realities in waiting. In dreams, we plant the seeds of the future."

Keep on dreaming until dreams come true!

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